Trügerische Sicherheit durch Vitaminzusätze / Die Verbraucherzentrale empfiehlt Gemüse statt Pillen
(Leipzig) - Die Deutschen essen zu wenig Gemüse und Obst. Dieses Ergebnis der Zweiten Nationalen Verzehrstudie ist keine Überraschung. Neu hingegen ist, dass mittlerweile 28 Prozent aller Befragten Nahrungsergänzungsmittel und mit Nährstoffen angereicherte Arzneien zu sich nehmen. Ausgegeben werden dafür jährlich ca. 1,5 Milliarden Euro.
Vermeintlich unkompliziert und mitunter teuer wird unausgewogene Ernährung mit nährstoffangereicherten Getränken und/oder Vitamin- und Mineralstoffpräparaten geschönt. Jens Luther von der Verbraucherzentrale Sachen weist darauf hin, dass "isolierte Vitamine und Mineralstoffe Obst und Gemüse nicht ersetzen können, sie schaffen ein trügerisches Bild guter Versorgung". Über Risiken und Nebenwirkungen wird kaum gesprochen und selten ist der Hausarzt über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln informiert.
Die Ergebnisse der nationalen Verzehrstudie in Bezug auf Gemüse und Obst zeigen auch, dass die Empfehlung, täglich 250 Gramm Obst zu essen, nur knapp vier von zehn der insgesamt 19.329 Befragten einhalten. Noch schlimmer sieht es bei Gemüse aus. Hier liegen 87 Prozent der Interviewten unter den empfohlenen 400g pro Tag. "Obst und Gemüse enthalten neben Vitaminen und Mineralien auch sekundäre Pflanzen- und Ballaststoffe, die angereicherten Lebensmitteln und Pillen meist fehlen", so Jens Luther. Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade die natürliche und bunte Gemüse-Obst-Mischung über den Tag verteilt am besten ist. Gelegentlich einen Teil durch Saft zu ersetzen, ist kein Problem. Doch auch Saft oder Smoothies liefern nicht das gesamte Spektrum wertvoller Substanzen wie frisches Obst und Gemüse. Sie besitzen zum Teil auch eine recht hohe Energiedichte und sättigen nur kurz.
Die Verbraucherzentrale Sachsen gibt am Ernährungstelefon Auskunft zu Gemüse und Obst in der Ernährung. Unter der Nummer 0180-5-791352 (0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk ggf. abweichend) werden jeweils montags, mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr Fragen zu Ernährungsthemen beantwortet. Termine für die persönliche Beratung können unter der Rufnummer 0180-5-797777 (0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk ggf. abweichend) vereinbart werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Verbraucherzentrale Sachsen e.V.
Pressestelle
Brühl 34-38, 04109 Leipzig
Telefon: (0341) 696290, Telefax: (0341) 6892826
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