Unbezahlte Arbeitszeit weit verbreitet
(Düsseldorf) - Die tatsächliche Arbeitszeit ist deutlich länger als die bezahlte. Unbezahlte Arbeitszeiten gehören mittlerweile in weiten Teilen der Wirtschaft zum Arbeitsalltag, sagt Hartmut Seifert, Leiter des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Die Wirklichkeit sei den Forderungen nach Arbeitszeitverlängerungen längst vorausgeeilt. Die Beschäftigten
- leisten durchschnittlich knapp eine Stunde unbezahlte Überstundenarbeit pro Woche,
- lassen durchschnittlich 2,2 Urlaubstage verfallen,
- müssen in gut jedem fünften Betrieb mit Arbeitszeitkonten hinnehmen, dass angesparte Zeitguthaben ersatzlos gestrichen werden, wenn bestimmte Grenzwerte erreicht sind,
- und bringen außerdem in nicht unerheblichem Maße Freizeit für betriebliche Weiterbildung auf. Etwa 25 bis 30 Prozent der für betriebliche Zwecke aufgewendeten Zeit für Weiterbildung gehen auf Kosten der Freizeit.
Um den Wildwuchs unbezahlter Arbeitszeit unter Kontrolle zu bringen und einzudämmen, schlägt Hartmut Seifert vor, sämtliche nicht entlohnten Zeitelemente auf einem Langzeitkonto gutzuschreiben. Dadurch ließe sich nicht nur die Schere zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeitszeit schließen. Arbeitszeitkonten helfen ferner, dem Ausufern der Arbeitszeit einen wirksamen Riegel vorzuschieben. Freizeitausgleich bildet ein Gegengewicht für phasenweise längere Arbeitszeiten.
Quelle und Kontaktadresse:
Hans-Böckler-Stiftung
Hans-Böckler-Str. 39, 40476 Düsseldorf
Telefon: 0211/77780, Telefax: 0211/7778120
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