Pressemitteilung | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Unternehmen müssen investieren, statt zu jammern

(Berlin) - Zu den Arbeitsmarktzahlen sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer am 31. März in Berlin: "Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt besorgniserregend. Eine Trendumkehr ist nicht zu erkennen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres haben 1,1 Mio. Menschen ihren Job verloren, während nur 680.000 Arbeitslose einen Arbeitsplatz gefunden haben.

Viele arbeitsmarktpolitische Forderungen der Unternehmen wurden erfüllt. Jetzt müssen die Arbeitgeber endlich ihrer Verantwortung für mehr Arbeitsplätze gerecht werden. Sie müssen investieren, statt zu jammern. Selbst die Analysten der Banken warnen inzwischen, dass die Unternehmen ihre Zukunftsfähigkeit aufs Spiel setzen.

Auch die Kommunen müssen mehr investieren. Zum Beispiel in die Infrastruktur. Nur durch Investitionen entstehen neue Arbeitsplätze. Stattdessen sind die kommunalen Investitionen in den vergangenen zehn Jahren um zwölf Mrd. Euro eingebrochen. Mit arbeitsmarktpolitischen Reformen allein werden wir keinen Kurswechsel schaffen.

Besonders betroffen sind ältere Arbeitslose. Mehr als 1,2 Mio. Arbeitslose sind 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich überdurchschnittlich erhört. Und das, obwohl den Wünschen der Arbeitgeber entsprochen wurde, bei den Älteren den Kündigungsschutz auszuhebeln und großzügige Fördermöglichkeiten zu eröffnen. Auch hier sind die Arbeitgeber in der Verantwortung, älteren Menschen größere Chancen zu eröffnen.

Zugleich muss dringend mehr für die Jugendlichen getan werden. Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr mit 27,9 Prozent stärker als bei allen anderen Personengruppen gestiegen. Die im Gesetz vorgesehene Job-Offensive für Jugendliche unter 25 Jahren muss endlich konsequent umgesetzt werden.

Die Ausbildungssituation bleibt ebenfalls unverändert dramatisch. Das betriebliche Ausbildungsangebot sank gegenüber dem Vorjahresmonat um rund
7,8 Prozent. Die Unternehmen sind in der Pflicht. Es reicht nicht, wenn sie lediglich unverbindliche Praktika oder kurzfristige Einstiegsqualifizierungen anbieten. Die in unserem Land dringend gebrauchten Fachkräfte bekommt man auf diese Weise nicht."

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin Telefon: 030/24060-0, Telefax: 030/24060324

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