Pressemitteilung | Wirtschaftsvereinigung Stahl - Standort DĂŒsseldorf

USA schottet sich massiv gegen Stahlimporte ab / EuropÀische Union muss jetzt rasch handeln

(DĂŒsseldorf) - US-PrĂ€sident Donald Trump hat am 1. MĂ€rz 2018 die EinfĂŒhrung protektionistischer Maßnahmen gegen Stahlimporte angekĂŒndigt, unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit. Vorgesehen ist ein pauschaler Wertzoll in Höhe von 25 Prozent auf alle Stahlimporte.

"Die USA bauen eine Zollschranke auf, mit der sie sich gegen Stahlimporte aus aller Welt abschotten. Diese Maßnahme verstĂ¶ĂŸt eindeutig gegen Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Jetzt muss die EU konsequent mit den Instrumenten dagegen vorgehen, die die WTO hierfĂŒr bereitstellt", sagt Hans JĂŒrgen Kerkhoff, PrĂ€sident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Das Hauptaugenmerk mĂŒsse dabei auf die BekĂ€mpfung von Handelsumlenkungen gerichtet sein. Denn der gefĂ€hrlichste Effekt der US-Maßnahmen sei eine erneute Eskalation der Importkrise in Europa. Angesichts der geplanten Zölle in den USA wĂŒrden Exporteure ihre Augen auf den offenen EU-Markt richten, der durch keinerlei Importzölle oder andere Handelshemmnisse beschrĂ€nkt sei. Die seitens der USA angestrebte Importreduzierung von 13 Millionen Tonnen droht zu einem erheblichen Teil in den EU-Markt zu fließen. "Wenn die EU nicht handelt, wird unsere Stahlindustrie die Rechnung fĂŒr den Protektionismus in den USA bezahlen. Europa wird durch Handelsumlenkungen von einer neuen Stahlschwemme bedroht, in einer Situation, in der die Importkrise auf dem EU-Markt bei weitem noch nicht ĂŒberwunden ist", macht Kerkhoff klar. Im vergangenen Jahr sind die Walzstahlimporte in die EU um 1 Prozent auf einen neuen Höchststand von 32 Millionen Tonnen gestiegen.

Hinzu komme eine direkte Belastung der deutschen Stahlexporte in Richtung USA. Die Vereinigten Staaten nahmen 2017 knapp 1 Million Tonnen Walzstahl ab und sind fĂŒr die Stahlindustrie in Deutschland damit der wichtigste Drittlandmarkt außerhalb der EU. DarĂŒber hinaus wĂ€ren auch die deutschen Lieferungen in andere LĂ€nder betroffen, da die US-Maßnahmen Nachahmungseffekte und damit einem Anstieg des weltweiten Protektionismus nach sich ziehen wĂŒrden.

Der US-PrĂ€sident folgt mit den angekĂŒndigten Maßnahmen einem Vorschlag seines Handelsministers Wilbur Ross, der in einem Bericht drei verschiedene Optionen zur Auswahl gestellt hatte. Von der Möglichkeit, befreundete Staaten auszuschließen, hat der amerikanische PrĂ€sident keinen Gebrauch gemacht. Grundlage fĂŒr die Maßnahmen ist die US-Section 232, die dem PrĂ€sidenten dazu ermĂ€chtigt, Maßnahmen zum Schutz der "nationalen Sicherheit" zu beschließen.

Quelle und Kontaktadresse:
Wirtschaftsvereinigung Stahl Klaus Schmidtke, Leiter Öffentlichkeitsarbeit Sohnstr. 65, 40237 DĂŒsseldorf Telefon: (0211) 6707-0, Fax: (0211) 6707-455

(rs)

NEWS TEILEN: