Vattenfall muss Betriebserlaubnis entzogen werden / BUND stellt Strafanzeige
(Berlin) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) rügte unmittelbar vor der schleswig-holsteinischen Landtagssitzung zu den Störfällen in Krümmel und Brunsbüttel heute (13. Juli 2007) erneut den unverantwortlichen Umgang des Energiekonzerns Vattenfall mit den Sicherheitsvorschriften für Atomanlagen. Als Beleg für die fehlende Zuverlässigkeit des Betreibers veröffentlichte der BUND eine kritische Analyse der Vattenfall-Atompolitik. Auf Grundlage der vorliegenden Fakten könne und müsse die Landesregierung Schleswig-Holsteins Vattenfall die Betriebserlaubnis für dessen Atomkraftwerke entziehen. Vattenfall habe gezeigt, dass es den Anforderungen eines sicheren Betriebes von Atomanlagen nicht genüge. Es sei nicht akzeptabel, dass die mangelhafte Sicherheitskultur des Unternehmens eine Gefahr für Millionen Menschen sei. Wegen des Verdachts des nicht vorschriftsmäßigen Betriebs des AKW Krümmel wird der Umweltverband heute (13. Juli 2007) eine Strafanzeige einreichen.
Auch die schwedische Atomaufsicht SKI äußerte nach dem schweren Störfall in Forsmark im letzten Jahr den Verdacht, Vattenfall ginge Profit vor Sicherheit. Beispiele für den fehlerhaften Betrieb der Anlagen des Konzerns gebe es zur Genüge: Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften, Alkoholmissbrauch der Bedienungsmannschaft und Pfusch am Bau im Atomkraftwerk Forsmark in Schweden; unerklärliche Störfälle im Meiler des zweiten schwedischen Vattenfall-AKWs in Ringhals und unhaltbare Zustände im firmeneigenen Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Weil die zulässigen Strahlenwerte über längere Zeit überschritten wurden, sei dort 2006 ein Einlagerungsstopp verhängt worden. Die skandalösen Vorgänge um Brunsbüttel und Krümmel seien die vorerst letzten Beispiele für das rapide Sinken der Sicherheitsstandards in den Atomanlagen Vattenfalls.
Sybille Macht-Baumgarten, Landesvorsitzende des BUND: Ministerin Trauernicht hat keine Wahl mehr. Sie darf sich nicht länger von Vattenfall an der Nase herumführen lassen. Das Unternehmen hat seine Betriebserlaubnis für Atomanlagen verwirkt. Wer mit der Sicherheit der Bevölkerung russisches Roulette spielt, darf derart hochsensible Anlagen nicht länger betreiben.
In einem Brief an Angela Merkel forderte der BUND die Kanzlerin auf, nicht zuzulassen, dass weiter fahrlässig mit den Sicherheitsinteressen der deutschen Bevölkerung umgegangen wird. Es liege außerdem im Interesse der Glaubwürdigkeit von Merkels Politik, Lars Josefson, den Vorstandschef eines so umstrittenen und unglaubwürdigen Konzerns wie Vattenfall als Klimaschutzberater abzuberufen.
Thorben Becker, Atomexperte des BUND: Die Bundeskanzlerin hat geschworen, Schaden von der Bevölkerung abzuwenden. Sie muss jetzt eingreifen, der fahrlässige Betrieb von Atomanlagen durch Vattenfall muss beendet werden. Auf keinen Fall dürfen Vattenfall längere Laufzeiten für seine gefährlichen Reaktoren genehmigt werden.
Quelle und Kontaktadresse:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer
Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin
Telefon: (030) 275864-0, Telefax: (030) 275864-40
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