vbw Studie: Analyse der US-Steuerreform / Brossardt: "Deutlicher Handlungsbedarf im deutschen Steuerrecht"
(München) - Mit der Anfang 2018 in Kraft getretenen US-Steuerreform haben die Vereinigten Staaten die Steuerlast auf Unternehmensgewinne um mehr als zehn Prozentpunkte gesenkt. Eine neue Studie der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zur US-Steuerreform zeigt, dass die effektive Steuerlast, die vorher in Deutschland spürbar unterhalb der in den USA lag, jetzt deutlich höher liegt. Das schwächt Deutschland im internationalen Steuerwettbewerb.
vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erklärt: "Aufgrund der gesunkenen Effektivsteuerbelastung und besonderer Regelungen für exportierende Unternehmen ist das bisherige Hochsteuerland USA jetzt als Investitionsstandort auch für deutsche, international aktive Unternehmen besonders attraktiv. Umgekehrt verliert Deutschland an Attraktivität für ausländische Investoren hierzulande."
Auch durch Steuersenkungen in anderen Ländern, etwa Frankreich und Belgien, gerät Deutschland immer weiter ins Hintertreffen. Brossardt: "Durch die internationalen Entwicklungen wird längst bekannter Handlungsbedarf im deutschen Steuerrecht noch dringlicher. Wir brauchen die Einführung der steuerlichen Forschungsförderung, Korrekturen im deutschen Außensteuerrecht, die Weiterentwicklung der Abschreibungsbedingungen für digitale Investitionen und weitere gezielte Maßnahmen bis hin zum Abbau des Solidaritätszuschlags und eine niedrigere, wettbewerbsgerechte Belastung der Unternehmen mit Ertragsteuern."
Abgeschlossen hat die US-Steuerreform die jahrelange Auseinandersetzung damit, dass US-Unternehmen über Lizenzmodelle und Steueroasen Steuern auf Auslandsgewinne völlig vermieden haben. Brossardt kommentiert: "Im Steuerwettbewerb mit den USA geht es nicht mehr um Gewinnverschiebungen, sondern um die steuerliche Attraktivität für reale Investitionen."
Quelle und Kontaktadresse:
(ibw) Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft
Rafael Freckmann, Referent Presse
Max-Joseph-Str. 5, 80333 München
Telefon: (089) 55178-370, Fax: (089) 55178-376
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