Pressemitteilung | VDE - Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.
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VDE: Normung bringt Nanotechnikmarkt auf Touren / Deutschland spielt Vorreiterrolle / Normungswettlauf um Wachstumsmärkte

(Frankfurt am Main) - Normung in der Nanoelektronik könnte nach Ansicht des VDE ähnlich große Marktpotenziale eröffnen wie einst bei Chips und PCs. Das Marktvolumen der Mikroelektronik hat von 1 Milliarde in den frühen 1970er Jahren auf heute über 300 Mrd. US-Dollar zugelegt und wächst jährlich um circa 14 Prozent. Ein Schlüsselfaktor für diesen Siegeszug sind technische Standards. Große Chancen gerade für Deutschland sehen VDE-Normungsexperten in der Nanoelektronik-Normung. "Wer die Norm setzt, macht den Markt. Normung ist ein elementar wichtiges Mittel zur Verteidigung der Exportweltmeisterschaft Deutschlands", konstatiert Prof. Dr. Klaus Wucherer, Präsident des deutschen Komitees der International Electrotechnical Commission (IEC) und Mitglied des VDE-Präsidiums. Um so wichtiger ist es, dass Deutschland den Zuschlag für die Führung des IEC-Gremiums "Nanotechnologie" erhielt. Mit der Übernahme des Sekretariats besteht damit für die deutsche Elektroindustrie die Möglichkeit, die internationale Normung bei der IEC maßgeblich zu prägen.

Normung als Kostensenker und Innovationstreiber:

Die über 740 Standards der Semiconductor Equipment and Materials International (SEMI) sind heute die Basis der global agierenden Industrie. Sie zeigen, dass Normung erheblich zu Leistungsentwicklung und Produktivität beiträgt, der im Moor’schen Gesetz beschrieben ist. Danach verdoppelt sich durch die permanente Miniaturisierung die Zahl der Transistoren pro Chip alle 18 bis 24 Monate. Im gleichen Takt reduzierten sich die Kosten. Kostete das Speichern eines bit 1970 noch einen US-Cent, war es 1990 nur noch ein Tausendstel US-Cent. Darüber hinaus schrumpfte die Strukturgröße von Elektronenröhren zu Hochleistungschips im Nanobereich von unter 50 Millionstel Millimetern.

Was 1973 als Selbstschutz gegen Standardisierungswildwuchs bei Zwei- und Drei-Inch-Wafern begann, entwickelte sich unter wirtschaftlichen, Produktions- und Qualitätsaspekten zu einer einmaligen Erfolgsstory. Nachdem Waferhersteller 1973 noch 2.000 unterschiedliche Anforderungen erfüllen mussten, wurden bereits ein Jahr später 80 Prozent nach klaren einheitlichen Standards gefertigt. 1980 standardisierten die Betroffenen die Computersprachen der Bauteile- und der Rechnerhersteller mit den Standards SECS-I und -II. Die Folge war eine beachtliche Reduktion der Softwarekosten um 80 Prozent.

Aus Versäumnissen wie der verpassten einheitlichen Standardisierung beim Übergang der Wafergröße von 150 auf 200 Millimeter in den 1990er Jahren hat die Branche gelernt. Beim Sprung in die 300-Millimeter-Wafer wurde unter dem Dach von SEMI und Sematech bereits im Vorfeld eine Standardisierungsinitiative gestartet. Sie beinhaltete auch die benötigte Hard- und Software zur Fertigungsautomation und -integration. Dabei setzte sich das beste Konzept in Sachen Kosten, Prozessstabilität, Störungssicherheit und Wartungsfreundlichkeit durch.

Schnelleres Normungstempo treibt den Nanomarkt an Heute entstehen im Nanobereich mit Strukturen von 45 Nanometern (45 Millionstel Millimetern) neue Normungsaufgaben, die schnelles Handeln erfordern. Wo möglich, sollten aus VDE-Sicht deshalb bewährte Normen aus der Mikroelektronik übernommen, modifiziert oder angepasst werden. Denn schnelle Normung könnte die Miniaturisierung der Halbleiter- und Optoelektronik erheblich beschleunigen. Und sie erschließt neue Anwendungsfelder in Branchen mit deutscher Spitzenposition, beispielsweise in der Medizin- oder Fahrzeugtechnik. Das IEC-Gremium "Nanotechnologie" gibt nun neue Impulse. Erste Normungsvorschläge beziehen sich zum Beispiel auf elektrische Kontakte nanoskalierter Einheiten oder auf die Homogenität von Nanooberflächen von Halbleitern.

Innovationssprung auf dem Wachstumsmarkt zu erwarten Wie wichtig schnelle Standardisierung und Normung sind, zeigt das Beispiel Mikroelektronik. Auch bei der Nanoelektronik werden nach Meinung des VDE Standards eine entscheidende Rolle spielen - und diesmal mit erheblich größeren Marktchancen für Nanoelektronik "invented in Germany".

Quelle und Kontaktadresse:
VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. Pressestelle Stresemannallee 15, 60596 Frankfurt am Main Telefon: (069) 63080, Telefax: (069) 6312925

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