VDI-Gesellschaft Materials Engineering neu gegründet / Personalie: Neuer Vorsitzender Professor Heinz Voggenreiter / VDI bündelt seine Kompetenzen noch stärker
(Düsseldorf) - Seit dem ersten Juli gibt es die neue VDI-Gesellschaft Materials Engineering (GME). Professor Dr. Heinz Voggenreiter wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Zur GME gehören die drei Fachbereiche Werkstofftechnik, Nanotechnik und Kunststofftechnik. "Die GME ist der Ansprechpartner und das Sprachrohr in Deutschland im Themenbereich Materials Engineering für die Politik, Gesellschaft und Fachöffentlichkeit", sagt Voggenreiter. Künftig wird die Fachgesellschaft unter anderem Zukunftsszenarien für die nachhaltige Verfügbarkeit und Entwicklung von Werkstoffen sowie deren Verfahrenstechniken erarbeiten und gezielt den Nachwuchs in diesem Bereich fördern. "Grundelement der Aktivitäten der GME ist die Vernetzung der Werkstoff- und Verfahrenstechniker unterschiedlicher industrieller Sektoren und der Wissenschaft in den GME-Fachbereichen sowie die gezielte Moderation der Diskussion aktueller werkstofftechnischer Fragestellungen", ergänzt Voggenreiter. Geschäftsführer der GME ist Dr. Jürgen Schäfer.
Neue Struktur im VDI-Bereich Technik und Wissenschaft
Die neue Fachgesellschaft GME ist Teil der neuen Struktur im VDI-Bereich Technik und Wissenschaft. Statt bisher 22 Fachgesellschaften gibt es jetzt durch Bündelung der Kompetenzen zehn. Auch Voggenreiter unterstützt den Kurs: "Die Neustrukturierung des VDI ist ein richtiger und wichtiger Schritt, um den VDI schlagkräftiger und wettbewerbsfähiger zu machen." Über die Grenzen der neuen zehn Fachgesellschaften hinweg haben VDI-Mitglieder künftig die Möglichkeit, aus über 50 Fachbereichen (Themenfeldern) vier auszuwählen, die sie am meisten interessieren. Das Spektrum reicht von der Architektur über die technische Logistik bis hin zur Werkstofftechnik. Aus den Fachbereichen bekommen sie alle wesentlichen Informationen beispielsweise zu neuen VDI-Richtlinien, fachspezifischen Tagungen und aktuelle Informationen zu neuen technischen Trends. Alternativ haben die VDI-Mitglieder weiterhin die Möglichkeit sich einer Fachgesellschaft zuzuordnen.
Den Fachbereichen zuordnen, können sich VDI-Mitglieder bequem online unter: www.vdi.de/neuzuordnung. Darüber hinaus können sie unter dieser Adresse ihr Profil jederzeit ändern, ohne dass eine Mail oder ein Brief an die Mitgliedsabteilung geschickt werden muss. Die neue Struktur stärkt das Leistungsangebot des VDI, schafft flexible Strukturen und erhöht besonders den Service für die Kunden, die VDI-Mitglieder.
Interview zur neuen Struktur im VDI-Bereich Technik und Wissenschaft mit dem Vorsitzenden der VDI-Gesellschaft Materials Engineering (GME) Professor Dr. Heinz Voggenreiter
Mit welchen Themen/Aktivitäten möchten Sie künftig die VDI-Gesellschaft Materials Engineering im Außenverhältnis positionieren?
"Wir behandeln Themen von hohem industriellen und gesellschaftlichen Interesse gezielt in speziellen Expertenforen und Fachtagungen. Wir stimulieren die Gestaltung neuer Fachausschüsse und Foren, in denen die relevanten Frage- und Problemstellungen durch Ingenieure und Forscher aktiv behandelt werden und liefern damit einen essentiellen Beitrag zur technologischen Weiterentwicklung und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Industrie. Aufgrund der querschnittlichen Relevanz der Werkstofftechnologie wird in diesem Zusammenhang der Ausbau der Kooperationen mit anderen VDI-Gesellschaften und anderen externen Verbänden und Einrichtungen in den nächsten Monaten vorangetrieben. Auch eine stärkere Interaktion zwischen den Fachausschüssen der Gesellschaft und den regionalen VDI-Sektionen haben wir uns in der GME zum Ziel gesetzt. Technologieentwicklung braucht gesunde Rahmenbedingungen. Die GME wird sich daher auch verstärkt in der Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder gegenüber politischen Entscheidungsträgern engagieren und damit beitragen, den Boden für die gezielte Förderung technologischer Entwicklungen zu bereiten. Dazu werden wir unter anderem auch mit Positionspapieren und Zukunftsszenarien im Bereich des Materials Engineering beitragen."
Wo sehen Sie die künftigen Herausforderungen der Branche?
"Werkstoffe spielen heute eine wesentliche Rolle für eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Industrien. Produkttechnische Innovationen, z.B. für den Automobilbau, für die Luft- und Raumfahrt, aber auch im Maschinen- und Anlagenbau sind direkt an die Werkstofftechnik gekoppelt. Studien zeigen, dass ca. 70 Prozent aller technologischen Innovationen direkt oder indirekt auf Neuentwicklung von Werkstoffen und deren Verarbeitungstechnik basieren. Drei Viertel der zwanzig größten deutschen Unternehmen schätzen die Werkstoffforschung für ihre zukünftige Unternehmensentwicklung als bedeutend bis sehr bedeutend ein. Dabei stehen Fragen hinsichtlich der Ökonomie, der Ökologie und der Attraktivität und Nutzwert für den Kunden ganz besonders im Vordergrund.
Neben der klassischen Werkstofftechnologie erleben wir heute auch die Zunahme der Forderungen nach einer möglichst guten Ökobilanz neuer Werkstoffe. Fragen nach CO2-armen Herstellverfahren und der Rezyklierbarkeit müssen schon während der Materialentwicklung beantwortet werden."
Mit der Neustruktur im VDI gibt es jetzt zehn Fachgesellschaften. Wo sehen Sie besondere Stärken der Neustruktur des Bereichs Technik und Wissenschaft für die Fachöffentlichkeit und VDI Mitglieder?
"Die Neustrukturierung des VDI ist ein richtiger und wichtiger Schritt, um den VDI schlagkräftiger und wettbewerbsfähiger zu machen. Die Zusammenfassung in 12 Fachgesellschaften verschlankt die Kommunikations- und Managementstruktur im VDI. Wir werden das in der Steigerung der Transparenz und der Schnelligkeit der Abläufe erleben. Die Gesellschaften können ihre Fachbeiratsstruktur bedarfsorientiert erweitern, ohne die Komplexität der Schnittstellen zur Führung des VDI zu erhöhen. Für die Fachöffentlichkeit und die VDI-Mitglieder wird sich das in mehr Dynamik, Aktualität und Transparenz äußern. Für den VDI ist die Neustrukturierung ein wichtiger Baustein für sein gestalterisches Wirken und seine Außendarstellung."
Quelle und Kontaktadresse:
VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V., Hauptgeschäftsstelle
Pressestelle
VDI-Platz 1, 40468 Düsseldorf
Telefon: (0211) 6214-0, Telefax: (0211) 6214-575
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