Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
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VDMA: 2007 - ein Jahr der Rekorde für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau / Produktionsprognose 2007 von neun auf elf Prozent erhöht / 2008 rechnet die Branche mit fünf Prozent Wachstum

(Hamburg/Frankfurt am Main) - „Das Jahr 2007 ist für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau eines der besten Jahre in der Nachkriegszeit“, bilanzierte der scheidende VDMA-Präsident Dr. Dieter Brucklacher auf der Pressekonferenz anlässlich der VDMA Mitgliederversammlung am Donnerstag, 4. Oktober 2007, in Hamburg. „Die Produktion liegt in den ersten sieben Monaten mit 12,1 Prozent im Plus. Die Exporte erreichen 12,3 Prozent, der Inlandsabsatz kommt auf 11,6 Prozent. Deshalb revidieren wir unsere Produktionsprognose für das laufende Jahr von neun auf elf Prozent“, erklärte Brucklacher. Erstmals seit 1969 erreicht die Branche damit wieder ein zweistelliges Wachstum.

Die Kapazitätsauslastung liegt bei 91,8 Prozent (Stand: Juni 2007). Im laufenden Jahr liege das geschätzte Investitionsvolumen bei etwa 5,1 Milliarden Euro und übertreffe damit das Ergebnis des Jahres 2003 um rund 40 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass die Investitionen auch 2008 auf Expansionskurs bleiben werden“, sagte der VDMA Präsident.

Branche hat in den letzten zwölf Monaten 44.000 neue Arbeitsplätze geschaffen

Im April 2007 hatten der deutsche Maschinen- und Anlagenbau in der Stammbelegschaft erstmals seit 2002 wieder mehr als 900.000 Beschäftigte. „Im Juli 2007 kommen wir auf 915.000 besetzte Stellen“, erklärte Brucklacher. „Gegenüber dem Vorjahresmonat errechnet sich ein Stellenaufbau in der Größenordnung von rund 44.000 Beschäftigten.“
Die Branche hoffe – trotz der Personalknappheit – bis zum Jahresende noch mindestens die Zahl von 920.000 Personen zu erreichen. „Eigentlich bräuchten wir noch gut zehntausend Arbeitskräfte mehr“, betonte Brucklacher.

Auftragseingang: Auch im August weiter auf Wachstumskurs

Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau lag aktuell für den Monat August um real 14 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres. Das Inlandsgeschäft stieg um sieben Prozent. Bei der Auslandsnachfrage gab es ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau.

In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Juni bis August 2007 ergibt sich insgesamt ein Zuwachs von 17 Prozent im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ein Plus von 12 Prozent und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von 20 Prozent.

Für die ersten acht Monate - also Januar bis August 2007 - ergibt sich insgesamt ein Plus beim Auftragseingang von 18 Prozent. Die Inlandsorders wuchsen in den ersten acht Monaten um 15 Prozent, die Bestellungen aus dem Ausland um 19 Prozent.

„Die jüngsten Ergebnisse lassen also weiterhin kein Erlahmen der Wachstumskräfte erkennen und können als Vorbote eines guten Starts für 2008 verstanden werden“, kommentierte Brucklacher das gute Ergebnis. „Insgesamt stellen wir uns aber auf eine langsamere, aber stabile Gangart der Weltkonjunktur ein. Schon vor der aktuellen Finanzkrise signalisierten die Prognosen für das weltwirtschaftliche Wachstum eine Beruhigung. Die Immobilienkrise für sich genommen birgt zwar Gefahren und wird die Konjunktur bremsen, bringt aber die Weltkonjunktur nicht notwendigerweise aus dem Tritt.“

2008 rechnet die Branche mit fünf Prozent Wachstum

Für 2008 rechnet die Branche aufgrund der Auftragslage mit einem weiteren Wachstumsjahr. „Wir rechnen mit einem realen Plus in der Größenordnung von fünf Prozent“, sagte Brucklacher. „Sollte sich diese Prognose erfüllen, hätten wir in fünf Aufschwungsjahren in Folge insgesamt ein Wachstum von knapp 40 Prozent (exakt 39 Prozent) gestemmt. Eine solch dynamische Wachstumsphase haben wir zuletzt im Zeitraum 1958 bis 1962 erlebt. Damals stieg die Produktion real fast um die Hälfte (exakt 48 Prozent).“

Verkrustete Strukturen müssen aufgebrochen werden.

Brucklacher mahnte in seiner Bilanz noch einmal dringend die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes an. „Die große Koalition hat in der ersten Hälfte der Legislaturperiode für den Arbeitsmarkt keinerlei Impulse gesetzt.“ Die im Koalitionsvertrag für 2007 angekündigte Generalrevision der Arbeitsmarktpolitik habe nicht einmal im Ansatz begonnen. „Trotz der guten Konjunktur und trotz des Rückgangs der Arbeitslosigkeit bedarf es aber weiterhin grundlegender Reformen. Denn früher oder später wird die Konjunktur wieder abflachen, und die ungelösten Probleme werden wieder stärker hervortreten“, mahnte der scheidende VDMA Präsident.

„Das größte Problem, das die Unternehmen haben, hat die Hochkonjunktur des letzten Jahres sogar noch verschärft. Und das ist die starre Wochenarbeitszeit. Sie verhindert, dass die Unternehmen die Produktion tatsächlich auf die Nachfrage ausrichten können. Dabei sind die meisten Mitarbeiter durchaus bereit, zwei oder auch mal drei Stunden die Woche länger zu arbeiten, wenn dies ihre Arbeitsplätze langfristig sichert“, sagte Brucklacher. „Die Mitarbeiter sind auch wesentlich stärker an der Fortentwicklung ihres Unternehmens und an individuellen Lösungen interessiert, als es die Tarifvertragsparteien mit ihren Kollektivlösungen unterstellen.“

„Viele betriebliche Bündnisse in unserer Branche haben das Arbeitszeitproblem gelindert. Wir bekommen das Problem aber letztlich nur in den Griff, wenn sich die Betriebsparteien auf Regelungen bei Arbeitszeit und Entgelt in voller Eigenverantwortung verständigen können, d.h. ohne Einmischung der Tarifvertragsparteien. Hierzu bedarf es einer gesetzlichen Regelung, mit anderen Worten, einer politischen Lösung“, so Brucklacher weiter.

Unerledigt sei auch die Liberalisierung des Kündigungsschutzes. „Wenn die Politik hier endlich handelte, könnte sie dazu beitragen, dass vom Rückgang der Arbeitslosigkeit auch diejenigen profitieren, die trotz des Aufschwungs ohne Arbeit geblieben sind. Denn eine Lockerung des Kündigungsschutzes würde dazu führen, dass die Unternehmen eher bereit sind, auch Geringqualifizierte einzustellen. Mit einem Mindestlohn, den die große Koalition ganz offensichtlich forciert, wird genau das Gegenteil erreicht, erklärte Brucklacher.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) Marlies Schäfer, Pressesprecherin Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511

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