Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
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VDMA: Großanlagenbau erfolgreich mit Ressourcen schonenden Technologien / Auftragseingang steigt 2007 um 23 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro

(Frankfurt am Main) – „Mit einem Auftragseingang von 32,4 Milliarden Euro erzielten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau (AGAB) 2007 das höchste Bestellvolumen der Verbandsgeschichte“, teilte Dieter Rosenthal, Sprecher der AGAB und Mitglied des Vorstands der SMS DEMAG AG, anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Lageberichts in Frankfurt mit. In Relation zum Vorjahr (2006: 26,3 Milliarden Euro) liegt der Zuwachs bei 23 Prozent. Seit Beginn des Aufschwungs im Jahr 2003 hat sich das nominale Bestellvolumen sogar mehr als verdoppelt.

Auslandsbestellungen auf Rekordhoch – Inland schwach
„Getragen wurde diese Entwicklung durch die sehr lebhafte Auslandsnachfrage, die mit 26,8 Milliarden Euro (2006: 20,4 Milliarden Euro) einen Rekordwert erreichte“, teilte Rosenthal mit. Die Exportquote lag bei 83 Prozent. Die Industrieländer waren mit Bestellungen von 8,9 Milliarden Euro die wichtigste ausländische Kundengruppe. Hohe Ordereingänge kamen auch aus der Asien-Pazifik-Region, dem Nahen und Mittleren Osten, der GUS und Südasien mit Indien als Zentrum. Hingegen hat sich die in den beiden Vorjahren zu beobachtende Aufwärtsbewegung im Inlandsgeschäft 2007 nicht fortgesetzt. Die Bestellungen sind mit 5,6 Milliarden Euro um 6 Prozent unter den Wert von 2006 gesunken. „Hauptgrund für diesen Rückgang war das spürbare Nachlassen der Kraftwerksnachfrage“, erläuterte Rosenthal.

Beschäftigungsaufbau setzt sich fort
„Der Beschäftigungsaufbau im deutschen Großanlagenbau hat sich 2007 fortgesetzt. Zum 31. Dezember arbeiteten knapp 55.000 Mitarbeiter in den deutschen Stammhäusern. Das entspricht einem Zuwachs um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, erklärte der AGAB-Sprecher.

Parallel auftretende Nachfrageimpulse begünstigen Boom
Die sehr gute Auftragsentwicklung im Großanlagenbau ist auf das parallele Auftreten mehrerer Nachfrageimpulse zurückzuführen. So förderte die günstige Weltkonjunktur die Bereitstellung von Investitionsmitteln auf Kundenseite. Dies hat umfangreiche Industrialisierungsprozesse in Rohstoffländern sowie auf großen Abnehmermärkten für Grundstoffe ausgelöst. Ein weiterer Nachfragefaktor war der weltweite Ausbau der regenerativen Energieerzeugung infolge der zunehmenden Knappheit fossiler Energieträger.

Die günstige Marktsituation hat auch die Ergebnissituation im Großanlagenbau weiter verbessert. Insgesamt spiegeln die derzeit erreichten und zu erwartenden Erträge die Leistungsgüte der deutschen Anbieter und die typischen Risiken des Großanlagengeschäfts deutlich angemessener wider als in der Vergangenheit.

Wirtschaftspolitische Handlungsfelder
Trotz seiner wirtschaftlichen Erfolge im Ausland sieht der Großanlagenbau wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf in Deutschland und der OECD. Dies gilt insbesondere in den für diese Branche wichtigen Politikbereichen Exportkreditversicherung und Arbeitsmarkt.

Der Interministerielle Ausschuss hat für die deutsche Hermesdeckung ein mehrstufiges Einbeziehungsmodell beschlossen, das ausländische Zulieferungen und örtliche Kosten einheitlich als Lieferungen und Leistungen aus dem Ausland behandelt. Dieser vom Großanlagenbau geforderte Paradigmawechsel muss nun konsequent und praxisnah vollzogen werden. Rosenthal: „Wir betrachten die Entscheidung als wichtigen Schritt nach vorne, denn er macht den im Großprojektgeschäft typischen Fall auch in der Hermesdeckung zum Regelfall. Damit gewinnen unsere Anbieter in den komplexen Verhandlungen mit Kunden ein Stück Kalkulierbarkeit.“

Ein weiteres Handlungsfeld ist die praktikable und OECD-weit verbindliche Anwendung der Umweltleitlinien. Insbesondere dürfen bei den Reformbestrebungen die wettbewerbsverzerrenden Deckungspolitiken von nicht an den OECD-Konsensus gebundenen Konkurrenzländern wie zum Beispiel China nicht aus den Augen verloren werden.

Arbeitsmarktpolitisch setzt sich der Großanlagenbau für eine Erhaltung der Flexibilität der Zeitarbeit in Deutschland ein. „Diese ist als Instrument zur flexiblen Anpassung an die für die Branche typischen Auftragsschwankungen unverzichtbar“, hob Rosenthal hervor.

Optimistischer Ausblick für 2008
Die kurz- bis mittelfristigen Aussichten der Branche sind weiterhin positiv. Für das laufende Jahr rechnet die Arbeitsgemeinschaft mit nochmals wachsenden Auftragseingängen und plant einen weiteren Beschäftigungsaufbau.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) Marlies Schäfer, Pressesprecherin Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511

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