Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
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VDMA: Koalition muss Tiefschlaf beenden / Brucklacher: “Weitere Einstellungen wären möglich, wenn die Politik mitzöge” / 2. Maschinenbau-Gipfel mahnt politische Reformen für mehr Arbeitsplätze an

(Berlin) - Zum Auftakt des 2. Maschinenbau-Gipfels hat der VDMA von der Bundesregierung weitere umfangreiche Reformen angemahnt, um insbesondere den allmählichen Abbau der Arbeitslosigkeit zu beschleunigen. “Weitere Neueinstellungen wären möglich, wenn, ja wenn die Politik endlich mitzöge”, sagte VDMA-Präsident Dr. Dieter Brucklacher auf einer Pressekonferenz am Rande des Kongresses.

Brucklacher gab bekannt, dass der deutsche Maschinen- und Anlagenbau die Zahl seiner Beschäftigten in diesem Jahr um insgesamt rund 10.000 erhöhen wird. Damit bleibt die Branche der größte industrielle Arbeitgeber Deutschlands. Dieser Erfolg, so Brucklacher weiter, sei aber der extrem günstigen Weltkonjunktur und der technologischen Kraft der Maschinenbauindustrie zu verdanken. Die Regierung habe dagegen bislang “wenig bis nichts” getan, um diese günstige Situation zu nutzen.

Der 2. Maschinenbau-Gipfel findet heute und morgen im Berliner Hotel “Maritim” statt und wird vom VDMA gemeinsam mit der Wirtschaftszeitung “Produktion” und dem VDW veranstaltet. Das zentrale politische Thema des 2. Maschinenbau-Gipfels wird nach Worten Brucklachers die Arbeitsplatzfrage sein. Er fordert die Große Koalition auf, “ihren arbeitsmarktpolitischen Tiefschlaf zu beenden”.

Aus Sicht des VDMA muss zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes der Kündigungsschutz ergänzt werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen damit die Möglichkeit bekommen entweder den herkömmlichen Kündigungsschutz oder alternativ eine klare Abfindungsregelung festzuschreiben. Zudem appellierte der VDMA an die Politik, einen rechtlichen Rahmen für betriebliche Bündnisse zu schaffen, damit Betriebe zugunsten von mehr Beschäftigungssicherheit vom Tarifvertrag “in eigener Verantwortung und ohne Zustimmung der Tarifvertragsparteien” abweichen können.

“Gerade wir, der industrielle Mittestand, brauchen verlässliche Rahmenbedingungen”, sagte Brucklacher. Dazu gehöre natürlich auch ein wettbewerbsfähiges Steuerrecht. “Die Große Koaltion hat ein solches Steuerrecht versprochen, aber noch lange nicht umgesetzt.” Der VDMA-Präsident zeigte in diesem Zusammenang durchaus Verständnis für die schwierige Haushaltslage der Regierung. “Angesichts der Tatsache; dass in den letzten jahren alle halbswegs vertretbaren Optionen der Gegenfinanzierung bereits ausgeschöpft wurden”, so Brucklacher, “stehen wir Unternehmen heute vor der Wahl zwischen Pest und Cholera.” Der VDMA könne aber weder der Hinzurechnung von Zinskosten und Finanzierungsanteilen noch der Zinsschranke zustimmen. Brucklacher: “So darf man Investoren nicht abschrecken.”

Der VDMA-Präsident rief die Politik auf, auch auf anderen Feldern mehr Mut zu zeigen, etwa bei der Reform der Erbschaftssteuer sowie bei der Gesundheistreform, die, so Brucklacher, “eine höchst unerwünschte Steigerung der Lohnzusatzkosten bringen wird, ohne dass sich an den ineffizienten Strukturen im Gesundheitswesen etwas ändert”.

Deutschland auch 2005 drittgrößter Maschinenproduzent in der Welt
Deutschland belegt mit einem Produktionsvolumen von 165 Milliarden Euro*) in 2005 unverändert den dritten Platz im Ranking der weltgrößten Maschinenproduzenten, nach den USA (250 Milliarden Euro) und Japan (177 Milliarden Euro). Auf Platz vier folgt die Volksrepublik China (120 Milliarden Euro). Der komfortable Abstand Deutschlands auf den Verfolger China schrumpfte 2005. Denn während am Standort Deutschland der Maschinenbau sein Produktionsplus von real 4,7 Prozent allein durch das boomende Exportgeschäft generierte, florierte für die chinesischen Maschinenhersteller auch das Inlandsgeschäft mit einem Produktionsausstoß von plus 25 Prozent real.

Europa führend als Produktionsstandort
Durch die Innovationsführerschaft Europas im Maschinen- und Anlagenbau ist diese Region nach wie vor der Fertigungsstandort Nummer eins. Maschinen und Anlagen im Wert von 470 Milliarden Euro wurden 2005 in Gesamt-Europa gefertigt, d.h. 41 Prozent der weltweiten Produktion von geschätzt 1.160 Milliarden Euro. Auf die vier großen Länder Deutschland, Italien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich entfallen dabei zusammen fast 70 Prozent der europäischen Maschinenproduktion.

Asien holt auf
In Asien (375 Milliarden Euro) entwickelte sich der Maschinenbau 2005 am dynamischsten. Neben China war Indien die treibende Kraft. Aber auch die Maschinenhersteller in Südkorea profitierten über-durchschnittlich vom Investitionsgüterbedarf ihrer aufstrebenden Nachbarn. Asien hat seinen Anteil an der globalen Maschinenproduktion in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut. Allein im letzten Jahr wurde der Anteil um 2 Prozent erhöht, so dass nun gut ein Drittel der Welt-Maschinenproduktion aus asiatischen Produktionsstätten kommt.

Auf dem Amerikanischen Kontinent wurde 2005 nur noch ein Viertel der Weltmaschinenproduktion gefertigt (295 Mrd. Euro). Größtes Produktionsland sind hier die USA mit 250 Milliarden. Euro.

TOP 10:
Obgleich die Bedeutung der USA als Fertigungsstandort von Maschinen und Anlagen in den letzten Jahren zurückging, ist das Land im Ranking nach wie vor auf Platz 1, gefolgt von Japan, Deutschland, China, Italien (68 Milliarden Euro), Frankreich (47 Milliarden Euro), Großbritannien (36 Milliarden Euro), Südkorea (35 Milliarden Euro), Russland (24 Milliarden Euro) und Kanada mit (21 Milliarden Euro).

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) Marlies Schäfer, Pressesprecherin Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511

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