VDMA-Studie: Trends in der Prozesstechnik 2006-2010 / Teil II "Anwenderbefragung" erschienen / Energieeffizienz ist wichtigster Innovationsbereich
(Frankfurt am Main) - Die Prozesstechnik befindet sich in einem immer schneller wandelnden Umfeld, dem sich die Unternehmen ständig technisch und marktbezogen anpassen müssen. Die Exportquote der Branche liegt derzeit bei fast 80 Prozent. Aus diesem Grund führt der VDMA alle zwei Jahre eine Umfrage zu den Trends in der Prozesstechnik durch.
Der wichtigste Innovationsbereich in den nächsten Jahren ist aus Sicht der Anwender die Energieeffizienz und die verbesserte Ausnutzung der Einsatzstoffe. Beides spiegelt sich vor allem in den Lebenszykluskosten wider, die bisher allerdings noch nicht von allen Anwendern systematisch erfasst und bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden. Der zunehmenden Produktvielfalt entsprechend, werden mehrfach von den Anwendern modulare
Systeme gefordert: aufeinander abgestimmte Komponenten, mit denen sich bedarfsweise unterschiedliche Prozesslinien zusammenstellen lassen.
Systemvielfalt bei Automatisierungssystemen bleibt
Die Systemvielfalt bei den Automatisierungssystemen wird weiterhin vorhanden bleiben. Zumeist gibt es bei den Anwendern keine unternehmensübergreifenden Strategien zum Einsatz von
Automatisierungssystemen, sondern die Auswahl von Systemen erfolgt durch die jeweiligen Prozessverantwortlichen, die auch den Automatisierungsgrad festlegen.
Teleservice bleibt Sonderanwendungen vorbehalten. Anwendungsbeispiele sind Anlagen, die an anderen Standorten (z. B. beim Kunden) betrieben und von zentraler Stelle aus überwacht werden. Nur in Einzelfällen wird Teleservice genutzt, um einen verbesserten Service der Hersteller in Anspruch nehmen zu können.
Als problematisch wird die fehlende Abstimmung der Produktlebens-zyklen von Automatisierungssystemen und prozesstechnischen Anlagen gesehen.
Europa bleibt wichtiger Produktionsstandort
Die Einschätzung der globalen Marktentwicklung hat sich nicht nennenswert zur vorangehenden Studie verändert. Europa ist und bleibt ein wichtiger Produktionsstandort. Vor allem neue Produkte
werden auch in Zukunft noch in Europa hergestellt. Der Entwicklung der Kundenmärkte folgend, gewinnen asiatische Standorte weiter an Bedeutung, auch wenn die Hauptabsatzmärkte der befragten Unternehmen noch Europa und Nordamerika sind. Aus Asien kommen auch zunehmend Wettbewerber, die die Verlagerung von Produktionsstandorten nach Asien weiter fördern und dafür
sorgen, dass in Europa eine Konzentration der Fertigung auf hochwertige Produkte mit hoher Wertschöpfung und auf neue Produkte erfolgt. Für petrochemische Produkte gewinnen der Nahe und Mittlere Osten sowie der russische Markt an Bedeutung, weil die Staaten sich um eine Ausweitung der Fertigungskette über die Rohölförderung hinaus bemühen. Insbesondere bei niedrigpreisigen Massenprodukten, die in Asien hergestellt werden, ist mit wachsenden Anlagengrößen zu rechnen. In Europa hingegen dürften die Anlagengrößen abnehmen, weil die Unternehmen sich zunehmend auf Spezialitäten konzentrieren.
In der Studie finden sich weitere Aussagen zu Automatisierungstechnik, Werkstoffen, Prozessinnovationen, Lieferzeiten, Effizienz, Entwicklungsschwerpunkten, Anlagengrößen sowie Entwicklung der globalen Märkte, Kundenanforderungen und Werbemöglichkeiten.
Im ersten Teil der Studie Trends in der Prozesstechnik waren die Ergebnisse der Befragung von Herstellern prozesstechnischer Komponenten dokumentiert, wobei Hersteller von Trocknungstechnik gesondert betrachtet wurden. Diese Ergebnisse wurden im zweiten Teil der Studie mit Anwendern diskutiert. Insgesamt wurden neun Interviews mit Unternehmen aus der Kunststoff-, Spezial- und Feinchemie- sowie Pharmaindustrie geführt.
Es zeigt sich eine große Übereinstimmung hinsichtlich der Erwartungen von Herstellern und Anwendern sowohl bei den Fragen im Hinblick auf die technischen als auch auf die wirtschaftlichen Trends. Von beiden Seiten wird beispielsweise auf ein Verbesserungspotential in der Sensortechnik hingewiesen. Auffallend ist, dass die Hersteller dem Energiebedarf und den Lebenszykluskosten eine höhere Bedeutung zubilligen als die Anwender. Die Anwender betonen, dass eine gute Zusammenarbeit mit dem Hersteller während aller Projektphasen ein wichtiges Entscheidungskriterium für Folgeprojekte ist.
Im Rahmen des Forums Prozesstechnik wurde die Studie von den Fachverbänden Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate und Allgemeine Lufttechnik erstellt. Sie ist im VDMA-Verlag (ISBN 3-8163-0532-6) erschienen und kostet EUR 250,-, für VDMA-Mitglieder EUR 100,- (jeweils zzgl. MwSt.) Besteller der Studie erhalten beide Teile gemeinsam.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Marlies Schäfer, Pressesprecherin
Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511
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