Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)

VDMA: Technologie-Lieferanten sehen große Chancen im EU-Energie- und -Klimapaket

(Frankfurt) - Die deutsche Kraftwerksindustrie sieht in dem in der letzten Vorweihnachtswoche von EU-Parlament verabschiedete Energie- und Klimapaket der EU große Chancen für Klimaschutz und globale Wettbewerbsfähigkeit. Wesentliche Teile des Pakets werden ausdrücklich begrüßt.

"Wir verstehen zwar die Vorbehalte der energieintensiven Industrien und der deutschen Kraftwerksbetreiber, sehen aber in dem Paket auch zwei ganz wesentliche Chancen: Erstens ist es der Startschuss zur Anwendung der CO2-Abscheidung und -Lagerung (CCS - Carbon Capture and Storage) in Europa. Zweitens bietet es Ansätze, ineffiziente osteuropäische Kraftwerke in der Breite zu ertüchtigen", sagt Thorsten Herdan, Energiepolitischer Sprecher des VDMA.

Der Maschinen- und Anlagenbau bildet alle wesentlichen Teile der Prozesskette für die Stromerzeugung, von Kesseln über Turbinen bis zur Steuerungstechnik ab. Diese Hochtechnologie-Bereiche sind für eine effiziente Stromversorgung unerlässlich.

Mit dem Einstieg in ein europäisches Demonstrationsprogramm kann die CCS-Technologie zu einer wirklich verfügbaren Option weiterführender Klimaschutzpolitik entwickelt werden. Das Programm, das etwa zehn Kraftwerke umfassen soll, ist die Voraussetzung für eine marktfähige Verfügbarkeit bis zum Jahr 2020. Hierfür müssen sowohl die verschiedenen Abscheidetechnologien als auch das Gesamtsystem von Abscheidung, Transport und Lagerung auf Machbarkeit geprüft, weiterentwickelt und kostenseitig optimiert werden.

"Um die Kraftwerksprojekte mit CCS verzögerungsfrei angehen zu können, brauchen wir nun umgehend einen nationalen Rechtsrahmen", so Herdan. "Mit der Verabschiedung der EU-Richtlinie ist die Basis gelegt, und die deutsche Politik ist jetzt gefordert, schnell einen Gesetzesentwurf vorzulegen."

Aus Sicht der Hersteller, die wie die Betreiber bereits seit Jahren erheblich in die Entwicklung der CCS-Technologie investiert haben, ist die Fortführung der Anstrengungen auch eine Voraussetzung für die globale Wettbewerbsfähigkeit und den Erhalt der Technologieführerschaft der europäischen Industrie, denn andere Staaten sind auf diesem zukunftsträchtigen Gebiet ebenfalls sehr aktiv.

Im Gegensatz zu CCS, das erst mittelfristig einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten wird, ist die Effiziensteigerung in älteren Kraftwerken oder ihr Ersatz durch moderne Anlagen ein kurzfristiger Weg zur massiven Senkung der CO2-Emissionen. "Insofern können die Beschlüsse aus Brüssel einen Schub insbesondere in Osteuropa auslösen, denn hier können mit relativ geringen Kosten große Fortschritte gemacht werden. Der Ansatz der drastischen Emissionsminderung durch Modernisierung wird im Übrigen auch beispielhaft für Schwellenländer wie Russland, China oder Indien sein, in denen die europäische Industrie ebenfalls gut aufgestellt ist und große Chancen sieht", betont der VDMA-Sprecher.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) Marlies Schäfer, Pressesprecherin Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511

(bl)

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