Verbände der privaten Pflegedienste in NRW weisen pauschale Kritik der Ersatzkassen zurück / Pflegedienste werden für die Mängel eines bürokratischen Systems zu Unrecht verantwortlich gemacht / Hohe Zufriedenheit hingegen bei den Patienten
(Berlin) - Die Verbände der privaten Pflegedienste in NRW weisen die Kritik der Ersatzkassenverbände über mangelhafte Qualität der ambulanten Pflege entschieden zurück.
In einer am 12. Juni 2006 von den Ersatzkassenverbänden in Nordrhein-Westfalen veröffentlichten Pressemitteilung wird ambulanten Pflegediensten eine mangelhafte Qualität der Arbeit vorgeworfen. So wird auf Grund einer statistischen Auswertung der Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) in der Region Nordrhein beispielsweise kritisiert, dass viel zu wenige Pflegedienste eine routinemäßige Kontrolle der Einsätze der Mitarbeiter durchführen.
Doch: Eine solche formelle Überprüfung sagt wenig über die Qualität der Pflege aus. Die Mehrheit privater ambulanter Pflegedienste sind kleine oder mittelständische Unternehmen. In diesen Pflegediensten hat die verantwortliche Pflegefachkraft die Qualität der Pflege, die ihre Mitarbeiter leisten, permanent im Auge. Sie kennt jeden Patienten mit Namen, Familien- und Krankengeschichte. Aus ihrer Sicht macht es verständlicherweise wenig Sinn, zusätzlich terminierte Überprüfungen durchzuführen. Die Prüfer des MDK kontrollieren jedoch lediglich das, was schriftlich und nach bestimmten vom MDK selbst festgelegten Verfahren dokumentiert wurde. So werden Pflegedienste für die Mängel eines bürokratischen Systems verantwortlich gemacht.
Freiwillige Maßnahmen der Qualitätsentwicklung
Die Erfahrung zeigt: Die Pflegedienste arbeiten ständig daran, die Qualität der Pflege, die sie ihren Patienten anbieten, zu verbessern. Hierbei werden sie umfangreich und kompetent von den Verbänden der ambulanten Pflege unterstützt. So wurde auf Wunsch von vielen Pflegediensten eine freiwillige Selbstkontrolle innerhalb der jeweiligen Verbände eingeführt.
Unverständlich ist es, warum die Ersatzkassenverbände allein von der Einhaltung bürokratischer Anforderungen darauf schließen, dass pflegebedürftige Menschen sorgfältig gepflegt und kompetent betreut werden. Wenn schon strukturelle Ansätze wie die routinemäßige Überprüfung vom Grunde her schlecht seien, könne nichts Gutes bei der Pflege herauskommen, so die Ersatzkassen in ihrer Pressemitteilung. Die dabei geforderte Strukturqualität umfasst vorwiegend die dokumentierten Arbeitsabläufe und die Arbeitsorganisation eines Pflegedienstes. Für viele Pflegeeinrichtungen ist es jedoch kaum sinnvoll, sämtliche Strukturen und Prozesse schriftlich darzustellen, wenn dies nicht zu einer Verbesserung der geleisteten Pflege führt. Die Zeit, die dafür aufgewendet wird, geht in der direkten Pflege verloren..
Patienten: Gute Noten für die Pflege
Dass die pflegebedürftigen Menschen der Pflege eine gute Note geben, bestätigen aktuelle positive Aussagen vieler Patienten. So meldeten sich beispielsweise mehrere betreute pflegebedürftige Menschen nach der aktuellen negativen Berichterstattung bei Pflegediensten im Ruhrgebiet, um ihre Zufriedenheit mit der geleisteten Pflege zum Ausdruck zu bringen. Ich bin froh, dass ich jemanden habe, der mir so gut hilft, betonte eine Patientin aus Duisburg. Eine Bestätigung dieser starken Kundenorientierung ambulanter Pflege findet sich in der MDK-Studie selbst. Demnach führte eine Beschwerde in 93 Prozent der Fälle zu einer Verbesserung der geleisteten Pflege.
Einseitige Darstellung
Zu wenig differenziert und damit irreführend dargestellt werden die Ergebnisse von MDK-Prüfungen, wenn die Ersatzkassenverbände in ihrer Pressemitteilung konkrete Mängel in der Pflege kritisieren. So sollen bei Zwei-Drittel der Pflegedienste ein sachgerechter oder teilweise sachgerechter Umgang mit Dekubitus (Wundliegen) festgestellt worden sein lediglich bei einem Drittel sei dies nicht der Fall. Die Ersatzkassen blenden hierbei aus: Bei der Prüfung wird die Sachgerechtigkeit der Pflege nur indirekt geprüft. Es gilt lediglich festzustellen, ob dies, was dokumentiert wurde, sachgerecht ist. Ob die pflegerischen Tätigkeiten, die der Patient hautnah am eigenen Leib erfährt, sorgfältig und kompetent durchgeführt werden, wird nicht geprüft. Außerdem: Vorbeugen von Wundliegen und Inkontinenz ist nur möglich, wenn ausreichend Zeit für Beratung und Betreuung vorhanden ist. Aufgrund des Teilkasko-Charakters der Pflegeversicherung können jedoch oftmals vom Patienten nur wenige Einsätze des Pflegedienstes abgerufen werden. So kann naturgemäß keine umfassende Versorgung angeboten werden.
Kontakt:
Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e.V.
Ihr Ansprechpartner: Christoph Treiß
Tel.: 02203 / 91 22 0
Arbeitgeber- und BerufsVerband Privater Pflege e.V.
Ihr Ansprechpartner: Stefan Hahnemann
Tel.: 06131 / 289140
Bundesverband ambulante Dienste und stationäre Einrichtungen e.V.
Ihr Ansprechpartner: Michael Siering
Tel.: 02154 / 953980
Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Ihr Ansprechpartner: Norbert Grote
Tel.: 0211 / 311-393-0
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe
Ihr Ansprechpartner: Roland Köditz
Tel.: 0201 / 365570
Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe
Ihr Ansprechpartner: Oliver Aitcheson
Tel.: 02054 / 9578-0
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., Bundesgeschäftsstelle (bpa)
Birte Wimmer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hannoversche Str. 19, 10115 Berlin
Telefon: (030) 30878860, Telefax: (030) 30878889
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