Verbraucherpreise müssen Kosten der Produktion decken / DBV: EU-Kommission gefährdet nachhaltige Lebensmittelproduktion
(München) - Die Inflationsrate in Deutschland ist rückläufig. Aktuell liegt sie bei 1,4 Prozent (November 2008), nachdem die Verbraucherpreise durchschnittlich von Januar 2007 bis September 2008 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 4,7 Prozent gestiegen waren. Im November sind vor allem die Preise für Molkereiprodukte wie Butter, Speisequark und Sahne um 15 bis 35 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken. Doch wenn die Erzeugerpreise weiter sinken, werden landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz gefährdet und Arbeitsplätze im ländlichen Raum vernichtet, befürchtet der Deutsche Bauernverband (DBV).
Die Preissenkungen der letzten Monate des Jahres 2008 für Fleisch- und Milchprodukte sowie pflanzliche Erzeugnisse hätten auch den Konjunkturhimmel der Landwirtschaft verdüstert. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise könne die Situation zusätzlich verschärfen.
Daher stelle das Plädoyer von EU-Wirtschaftskommissars Joaquin Almunia für weiter sinkende Lebensmittelpreise nach Ansicht des Bauernverbandes einen Affront gegen die europäische Landwirtschaft als Wirtschaftsbranche dar. Der Wirtschaftskommissar hatte angesichts der aktuellen Konjunkturflaute eine Senkung der Lebensmittelpreise gefordert, um einen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen zu leisten. Doch ein solches Vorgehen würde die Krisensituation in der Landwirtschaft, aber auch in der Wirtschaft auf dem Lande weiter verschärfen. Damit hätten auch die Verbraucher keinen Vorteil. Denn wenn Lebensmittel in Deutschland und Europa auf einem hohen Qualitätsniveau nicht mehr in ausreichendem Maße produziert werden könnten, wachse die Abhängigkeit von Exporten. Dadurch würden die Preisschwankungen zunehmen. Die Abhängigkeit manchen Entwicklungslandes von Lebensmittelimporten dokumentiere sich auch darin, dass dort das Preisniveau erheblich höher liegt.
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