Verfahrenstechnik auf Kurs
(Frankfurt am Main) - Die deutschen Hersteller verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate steigerten im Jahr 2010 ihre Produktion um 9,4 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro. Etwa zwei Drittel davon wurden exportiert.
Produktion
Im ersten Quartal 2011 legte die Produktion nochmal um 18 Prozent auf 1,65 Mrd. Euro zu. Damit wäre zumindest im ersten Quartal das Vorkrisenniveau erreicht.
Apparate und Anlagen für die chemische Industrie stellen mit einem Anteil von etwa 34 Prozent an der gesamten Produktion die größte Produktgruppe. Darunter fallen unter anderem Zentrifugen, Destillierapparate und Filtrationstechnik. Im Jahr 2010 wurden Maschinen und Apparate dieser Produktgruppe im Wert von 2,2 Mrd. Euro produziert. Im ersten Halbjahr 2011 lag die Produktion in dieser Produktgruppe (ohne Maschinen für die anorganische Chemie) bei 1,3 Mrd. Euro und damit 21 Prozent über dem Vorjahreswert.
Ausrüstungen für die Wasseraufbereitung und Abwassertechnik haben einen Anteil von 13 Prozent an der Produktion verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate. Im ersten Halbjahr 2011 stieg die Produktion in diesem Produktbereich um fast 22 Prozent auf 458 Mio. Euro.
Wärmeaustauscher hatten 2010 mit einem Produktionsvolumen von 681 Mio. Euro einen Anteil an der Produktion von 10 Prozent. Im ersten Halbjahr 2011 ging die Produktion mit einem Minus von 1,5 Prozent leicht zurück auf 304 Mio. Euro.
Die Rückkühltechnik ist innerhalb der Verfahrenstechnik die kleinste Gruppe mit einem Produktionsvolumen von 172 Mio. Euro im Jahr 2010. Gegenüber dem Vorjahr legte die Produktion im ersten Halbjahr 2011 leicht zu. Trotz eines schwächeren zweiten Quartals stieg die Produktion um 2,8 Prozent auf 69 Mio. Euro.
Export
Während die Exporte verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate im Jahr 2010 leicht zurück gegangen sind, stiegen sie im ersten Halbjahr 2011 um 19 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro.
Im ersten Halbjahr 2011 ist die bedeutendste Abnehmerregion deutscher Verfahrenstechnik mit einem Anteil an den Gesamtausfuhren von 36 Prozent die EU-27, gefolgt von Ostasien mit einem Anteil von 17 Prozent und dem "sonstigen Europa" mit einem Anteil von knapp 16 Prozent.
China ist innerhalb Asiens der größte Einzelmarkt mit einem Anteil an den Gesamtausfuhren von 10,6 Prozent (227 Mio. Euro), gefolgt von Korea mit einem Volumen von 64 Mio. Euro und einem Anteil an der deutschen Ausfuhr von 3 Prozent.
Innerhalb Europas ist Russland noch vor Frankreich größter Einzelmarkt mit einem Volumen von 133 Mio. Euro und einem Anteil an den Ausfuhren von sechs Prozent.
Die Ausfuhren in die USA stiegen im ersten Halbjahr 2011 um mehr als 30 Prozent auf 148 Mio. Euro.
Die weltweiten Exporte verfahrenstechnischer Maschinen und Apparate nach Indien stiegen im Jahr 2010 um 23 Prozent auf 556 Mio. Euro. Die deutschen Lieferungen nach Indien legten gleichermaßen zu und stiegen auf 89,6 Mio. Euro. Nach der Republik Korea mit einem Liefervolumen von 106 Mio. Euro nimmt Deutschland Platz 2 im Ranking der Lieferländer ein.
Im ersten Quartal 2011 gingen die deutschen Ausfuhren mit einem Minus von 18 Prozent deutlich zurück. Bleibt abzuwarten, ob Korea hier weiter Marktanteile gewonnen hat.
Welthandel
Obwohl der Welthandel mit verfahrenstechnischen Maschinen und Apparaten im Jahr 2010 um 2,6 Prozent auf 23,4 Mrd. Euro gestiegen ist, verbuchten die deutschen Exporteure einen leichten Rückgang von 0,5 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro. Trotzdem bleibt Deutschland mit einem Anteil am Welthandel von 16,8 Prozent Exportweltmeister vor den USA (15,6 Prozent), Japan (8,7%), Italien (7,5 Prozent), der Republik Korea (6,6 Prozent) und China (5,6 Prozent).
Die deutschen Hersteller sollten sich allerdings nicht in Sicherheit wiegen: Die beiden Märkte mit der größten Dynamik seit 2005 sind Korea und China. Letzteres konnte seine Exporte seit 2005 um 360 Prozent steigern. Der Anteil am Welthandel stieg von 1,7 Prozent auf 5,6 Prozent. Die Ausfuhren aus Korea stiegen im gleichen Zeitraum um 75 Prozent. Der Anteil am Welthandel stieg um 1,2 Prozent. Der Anstieg der deutschen Ausfuhren um 28 Prozent fällt im Vergleich dazu eher mäßig aus. Entsprechend ging der Anteil am Welthandel um 1,9 Prozent zurück. Japan hat am Welthandel noch deutlicher verloren. Dort ging der Anteil um 2,7 Prozent zurück.
Ausblick
Als Querschnittstechnologie profitiert der verfahrenstechnische Maschinen- und Apparatebau von der bislang guten Stimmung in der Industrie. Die Verfahrenstechnik liefert in viele Teilbranchen des Maschinen- und Anlagenbaus, die ihrerseits eine sehr gute Auftragslage aufweisen. Zudem treibt die Branche den Ausbau ihres internationalen Geschäfts weiter voran. Ebenso verbesserte sich zuletzt die heimische Auftragslage deutlich. So wird voraussichtlich die Produktion 2011 das Vorkrisenniveau wieder erreichen.
Der VDMA-Fachverband Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate rechnet daher für 2011 mit einem Umsatzplus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Pressestelle
Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511
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