Verkehrssicherheit: TÜV-Verband fordert Neustart für die Vision Zero
(Berlin) - Ziel von null Verkehrstoten sollte im Straßenverkehrsgesetz verankert werden. Deutschland stagniert beim Thema Verkehrssicherheit. TÜV-Verband legt Positionspapier vor: Verbesserungen bei Infrastruktur, technischer Sicherheit, Fahrkompetenzen und Verkehrsüberwachung notwendig.
Der TÜV-Verband hat einen politischen Neustart für die Realisierung der Vision Zero gefordert: Deutschland verfolgt wie die anderen Länder in der EU das Ziel, dass in absehbarer Zeit keine Menschen mehr durch Unfälle im Straßenverkehr ums Leben kommen. "Beim Thema Verkehrssicherheit hat Deutschland in den vergangenen zehn Jahren kaum noch Fortschritte gemacht", sagte Fani Zaneta, Referentin für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband, anlässlich der heute stattfindenden Nationalen Verkehrssicherheitskonferenz. Im Jahr 2025 ist die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr auf 2.814 um 2 Prozent leicht gestiegen und die Zahl der Verletzten mit rund 366.000 in etwa gleichgeblieben. Von dem Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Verkehrstoten bis zum Jahr 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 2021 auf rund 1.500 zu reduzieren, ist Deutschland weit entfernt. "Wir brauchen einen neuen Anlauf für die Vision Zero", sagt Zaneta. "Die Vision Zero sollte nicht nur ein übergeordnetes Ziel sein, sondern mehr rechtliche Verbindlichkeit bekommen."
Abgeleitet aus dem Schutzauftrag des Grundgesetzes empfiehlt der TÜV-Verband, die Vision Zero im Straßenverkehrsgesetz (StVG) als verbindliches Leitprinzip zu verankern. Damit würde die Verkehrssicherheit zu einem zentralen Maßstab bei der Gesetzgebung, bei Verwaltungsakten und der allgemeinen Rechtsprechung.
Aus Sicht des TÜV-Verbands lässt sich die Verkehrssicherheit heute nicht mehr durch Einzelmaßnahmen wie die Einführung der Gurtpflicht in den 1970er Jahren entscheidend verbessern. Es braucht ein ganzes Bündel an Maßnahmen, die unter anderem die Verkehrsinfrastruktur, die technische Sicherheit der Fahrzeuge, die Vermittlung von Fahrkompetenzen, verkehrsrechtliche Vorgaben wie Tempolimits und die Ahndung von Verkehrsverstößen umfassen.
Die Empfehlungen des TÜV-Verbands für mehr Verkehrssicherheit im Überblick:
Fehlerverzeihende Infrastruktur: Kreuzungen, Schulwege und Querungen müssen systematisch sicherer gestaltet werden. Die Rad-, Fuß- und Mikromobilität muss dabei mitgedacht werden.
Landstraßen sicherer machen: Als gefährlichste Straßen Deutschlands brauchen Landstraßen den Safe System Approach, der Menschliche Fehler berücksichtigt, konsequentere Geschwindigkeitsüberwachung und regelmäßige Verkehrssicherheitsaudits.
Temporegulierung zielgerecht nutzen: Geschwindigkeitsbeschränkungen innerorts und auf Landstraßen - nicht nur durch Beschilderung, sondern durch Verkehrsraumgestaltung.
Technikkompetenz stärken: Assistenz- und Automationsfunktionen erhöhen die Sicherheit nur, wenn Fahrende sie verstehen und korrekt nutzen. Kompetenz muss gefördert, Überforderung vermieden werden.
Hauptuntersuchung weiterentwickeln: Die HU muss an automatisierte und softwarebasierte Systeme angepasst werden, mit risikoorientierten Prüfintervallen - besonders für ältere Fahrzeuge.
MPU als Präventionsinstrument stärken: Früheres und konsequenteres Anordnen der MPU, unter anderem durch Absenkung der Alkohol-Anordnungsgrenze auf 1,1 Promille sowie einheitliche Regelungen bei Drogen und extremen Geschwindigkeitsverstößen.
Absolutes Alkoholverbot und Null-Toleranz bei Drogen: Für alle Verkehrsteilnehmenden - einschließlich Rad- und Pedelec-Fahrende.
Daten gezielt nutzen: Verkehrsdaten helfen, Gefahrenstellen präziser zu erkennen, Maßnahmen zu priorisieren und ihre Wirkung zu belegen.
Lebenslanges Lernen: Systematische Mobilitätsbildung von der Grundschule bis ins hohe Alter - unterstützt durch KI-gestützte Lernangebote, Simulationen und zielgruppengerechte Formate.
Mehr polizeiliche Kontrolle: Ohne konsequente Überwachung verlieren Verkehrsregeln ihre verhaltenssteuernde Wirkung - der TÜV-Verband fordert eine deutliche Ausweitung der Verkehrsüberwachung.
Der TÜV-Verband hat seine Empfehlungen für mehr Verkehrssicherheit in einem Positionspapier zusammengefasst.
Quelle und Kontaktadresse:
TÜV Verband e.V., Maurice Shahd, Leiter(in) Kommunikation, Friedrichstr. 136, 10117 Berlin, Telefon: 030 760095-400
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