Pressemitteilung | Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU)

VhU-Beirat Südhessen kritisiert Energiepolitik und Rente mit 63 / Appell an südhessische Bundestagsabgeordnete, sich parlamentarisch einzumischen und dem Rentenpaket in seiner jetzigen Form nicht zuzustimmen

(Darmstadt) - "Nur wenn der Umbau des Energiesystems in Deutschland ein ökonomischer Erfolg wird, kann er auch eine nennenswerte ökologische Wirkung entfalten. Wenn Teile der Industrie in Deutschland aufgrund zu hoher Strompreise Schaden nehmen, wird die deutsche Energiepolitik weltweit als Beispiel dienen für die, die sich nicht um die ökologischen Folgen ihres wirtschaftlichen Handelns kümmern", sagte Dr. Albrecht Hallbauer, Vorsitzender des VhU-Beirates Südhessen, auf der Frühjahrssitzung am 9. April 2014 im Haus der Wirtschaft Südhessen.

Hallbauer fürchtet um den Industriestandort und sieht erheblichen Korrekturbedarf bei der EEG-Reform: "Künftig darf nicht mehr die Ausbaugeschwindigkeit der erneuerbaren Energien die Lasten definieren. Sie müssen sich vielmehr danach richten, was Wirtschaft und Privathaushalte überhaupt in der Lage sind zu zahlen! Leider wurde bei der EEG-Reform auf Druck der Länder das Ziel der Kostensenkung zugunsten von Einzelinteressen über Bord geworfen."

Neben der Energiepolitik war auch die Rentenpolitik ein Thema auf der Frühjahrssitzung.
Insgesamt sind Mehrausgaben in Höhe von 692 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 zu befürchten, wenn die Regierungspläne zur Rente mit 63, zur Mütterrente, zum gesetzlichen Mindestlohn, zur Zeitarbeit und zur Finanzierung von Kranken- und Pflegekassen wie beschlossen umgesetzt werden.

"Die abschlagsfreie Rente mit 63 ist ein gravierender politischer Fehler! Die Rentenkasse wird geplündert, eine Frühverrentungswelle wird einsetzen und der berufliche Wiedereinstieg von älteren Arbeitnehmern und Langzeitarbeitslosen wird erschwert. Vor allem die aktuell 29 Millionen Beitragszahler und die jüngeren Generationen werden hierfür die Kosten tragen müssen. Generationengerechtigkeit sieht anders aus", argumentierte Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der VhU-Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen.

Drechsler bat die südhessischen Bundestagsabgeordneten deshalb um ihre aktive Mithilfe:
"'Gut gemeint' heißt noch lange nicht 'gut gemacht'! Mischen Sie sich ein in die parlamentarische Diskussion und verhindern Sie, dass unser Sozialstaat in eine Schieflage gerät!"

Quelle und Kontaktadresse:
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V., Geschäftsstelle Südhessen Reinhold Stämmler, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Rheinstr. 60, 64283 Darmstadt Telefon: (06151) 2985-0, Fax: (06151) 2985-20

(cl)

NEWS TEILEN: