Pressemitteilung | Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU)

VhU-Präsident heute Abend beim Wirtschaftsclub Rhein-Main / Wolf Mang: "Auch wenn es kaum einer glaubt: Klimaschutz funktioniert am besten marktwirtschaftlich!" / Kluge Klimapolitik regelt Menge, nicht den Preis

(Frankfurt am Main/Kronberg) - Auf Einladung des Wirtschaftsclubs Rhein-Main gab der Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Wolf Matthias Mang, im Schlosshotel Kronberg einen Impuls zur Klimapolitik. "Wenn Wirtschaft und das öffentliche Leben nach der Corona-Krise wieder in Schwung gebracht worden sind, sollten Maßnahmen an erster Stelle stehen, die auf eine klima- und umweltfreund-liche Zukunft ausgerichtet und sozial ausgewogen sind. Der Grundgedanke ist, dass Ökonomie, Ökologie und Soziales zusammengedacht werden müssen: Die Sorge für die Menschen und der Schutz der Ökosysteme sind untrennbar miteinander verbunden. Wir müssen vieles ändern, damit die Menschheit und die ganze Schöpfung auch in Zukunft gut auf diesem Planeten leben können. Jenseits aller Einzelinteressen stehen alle Menschen in der Verantwortung, für 'unser gemeinsames Haus Sorge zu tragen'. Das gilt auch für die Wirtschaft", so Mang.

Mit Nachdruck forderte er aber, dabei das Richtige zu tun, nicht das nur gut Gemeinte. Viele Menschen glaubten, Klimaschutz und Wirtschaftswachstum seien miteinander unvereinbare Gegensätze. Und ihr einfaches Rezept laute: Je mehr wir das Wirtschaftswachstum reduzieren, desto besser schützen wir das Klima. Sowohl die Grundannahme als auch das Rezept sind aber falsch. Und damit auch die Folgerung, immer weitere Einschränkungen unseres individuellen Verhaltens zu fordern, also eine tendenziell unbegrenzte individuelle Verbots-Moral: von Fleischverboten über Fahrverbote bis hin zu Wachstumsverboten. Und diese Moral mit einer politischen Steuerung über steuerliche Preiserhöhungen zu verbinden.

"Richtig dagegen für eine Begrenzung des Anstiegs der Durchschnittstemperatur auf 2 Grad ist: Kluge Klimapolitik regelt die Menge des CO2-Ausstoßes, nicht den Preis. Dazu muss der Klimaschutz in einem institutionellen Rahmen verankert sein. Seine Einhaltung gelingt am besten durch eine fest vorgegebene Reduktion der CO2-Ausstoß-Menge, die sich jährlich vermindert: einen sog. CO2-Deckel in Kombination mit einem Emissionshandel. Dieses System funktioniert europaweit schon sehr erfolgreich seit 2005 in der Industrie, der Stromerzeugung und dem innereuropäischen Luftverkehr. Die Ausstoßmenge sinkt planmäßig von 2,3 Mrd. Tonnen CO2 2005 auf 1,8 Mrd. Tonnen 2020 und 1,3 Mrd. Tonnen bis 2030, also um über 40 Prozent. Für Straßenverkehr und Gebäude wird ein CO2-Deckel in Kürze - ab Januar 2021 - national eingeführt", so der hessische Unternehmer-Präsident.

Klimapolitik braucht keine Verbots-Moral, sondern kann und sollte sich nach Auffassung der VhU einzig und allein an vier Maximen orientieren: so viel Markt wie möglich zulassen, ökologisch effektiv und ökonomisch effizient sein, Technologieoffenheit wahren und im Einklang mit einer prosperierenden Wirtschaft sein. Ein Dreieck aus sinkendem CO2-Deckel, freiem Markt und technologieoffenem Wettbewerb beugt Fehlsteuerungen und künstlichen Verteuerungen durch klimapolitische Einzelmaßnahmen vor. "Damit wird ein wirksames und für alle Akteure planbares System geschaffen, das Investitionen und Erfindergeist fördert. Ein solches System bildet auch den idealen Rahmen, um einen wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Pandemie zu beschleunigen", so Mang abschließend.

Quelle und Kontaktadresse:
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU) Dr. Ulrich Kirsch, Geschäftsführer Presse und Kommunikation Emil-von-Behring-Str. 4, 60439 Frankfurt am Main Telefon: (069) 95808-0, Fax: (069) 95808-126

(ds)

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