Pressemitteilung | Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU)

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Februar 2014 / Drechsler: "Der in Hessen geplante 'Soziale Arbeitsmarkt' ist ein teurer Irrweg"

(Darmstadt) - Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist im Februar wegen des milden Winters nur um 49 auf 22.758 gestiegen. Trotz Beschäftigungsrekords kommt der Abbau der Arbeitslosigkeit seit weit über einem Jahr nicht mehr voran und es gibt auch wieder mehr Langzeitarbeitslose. "Rund 3.338 Menschen und damit ein Drittel aller Arbeitslosen sind seit mehr als einem Jahr arbeitslos. Die Pläne der hessischen Landesregierung für einen sog. Sozialen Arbeitsmarkt sind in dieser Situation falsch und kontraproduktiv. Diese vom Steuerzahler finanzierte künstliche Beschäftigung ist ein teurer Irrweg, mit der auch die motivierten Arbeitslosen vom ersten Arbeitsmarkt ferngehalten würden. Wir brauchen keine künstliche Arbeit, sondern die konsequente Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt", sagte Wolfgang Drechsler, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

Die Erfahrungen der Jobcenter seit den Arbeitsmarktreformen 2005 zeigten, dass mit einer intensiven Betreuung durch regelmäßige Gespräche, Sofortvermittlung und unmittelbare Trainingsmaßnahmen Menschen auch nach jahrelanger Arbeitslosigkeit gebracht werden können. Ein "Sozialer Arbeitsmarkt" sei dagegen für alle Beteiligten der bequemste Weg. Und das völlig falsche Signal an die Jobcenter, ihre Aktivierungsanstrengungen für eine "echte" Vermittlung zurückzufahren, statt sie zu erhöhen. "Das braucht kein Mensch - und am allerwenigsten brauchen es die Langzeitarbeitslosen", so Drechsler.

Zwischen 50.000 und 1 Million schwanken die Schätzungen der angeblich nicht vermittelbaren Arbeitslosen, die für einen "Sozialen Arbeitsmarkt" bundesweit in Betracht kommen. "Schon hieraus wird deutlich, dass es sich um eine Reise ins Blaue handelt, bei der garantiert auch die Falschen mitfahren. Landesregierung, Landräte und Bürgermeister müssen vielmehr den Fallmanagern in den Jobcentern den Rücken stärken und sich trauen, laut und deutlich zum gesetzlichen Grundsatz 'Jede Arbeit ist zumutbar' zu stehen. Denn das Gerede von der angeblich immer weiter verbreiteten sog. prekären Beschäftigung hat der Arbeit der Jobcenter geschadet, weil in einem solchen Klima eine konsequente Aktivierung und Ansprache gerade der Dauerkunden des Jobcenters immer schwerer fällt", sagte Drechsler.

Vermittlungschancen in den ersten Arbeitsmarkt bieten über 7000 offene Stellen in Südhessen, von denen rund 3500 bei der Arbeitsagentur gemeldet sind. Vom Hilfsarbeiter bis zum Apotheker, vom Mechatroniker über den Logistikfachmann bis zum Altenpfleger suchen private und öffentliche Unternehmen in Südhessen Arbeitskräfte. Dabei brauchen die Arbeitsagenturen immer mehr Zeit, um eine Stelle zu besetzen. Diese sog. Vakanzzeit hat sich gegenüber dem Vorjahr um über 7 Prozent auf jetzt 106 Tage erhöht.

Quelle und Kontaktadresse:
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V., Geschäftsstelle Südhessen Rheinstr. 60, 64283 Darmstadt Telefon: (06151) 2985-0, Fax: (06151) 2985-20

(cl)

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