Pressemitteilung | Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU)

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Juli 2015 / Drechsler: "Kommunen und Jobcenter stehen gegenüber den Kindern von Familien im Hartz-IV-Bezug in der Pflicht"

(Darmstadt) - Die Zahl der Arbeitslosen in Südhessen ist im Juli um 582 auf 21.261 gestiegen. Dieser Anstieg ist sommerlich bedingt und für den Monat Juli üblich. Der südhessische Arbeitsmarkt ist damit weiterhin in ausgezeichneter Verfassung. Allerdings gibt es in Südhessen immer noch rund 6.700 Familien mit Kindern im Hartz-IV-Bezug, in denen kein Erwachsener arbeitet.

"Wir dürfen uns nicht mit einem über Jahre und Generationen fortgesetzten Bezug von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II abfinden. Kommunen und Jobcenter stehen vor allem auch gegenüber den Kindern dieser Familien in der Pflicht, mindestens einen Erwachsenen in eine Arbeit oder notfalls eine Maßnahme zu vermitteln. Denn Kinder und Jugendliche dürfen nicht die Erfahrung machen, dass Wohnung, Essen und Kleidung auf Dauer ohne Gegenleistung vom Amt bezahlt werden. In Südhessen gibt es rund 1.000 Familien mit 5 und mehr Mitgliedern, die über kein Einkommen aus Arbeit verfügen. Wenn die Jobcenter solche größeren Familien verstärkt in den Blick nehmen, profitieren auch besonders viele Kinder", sagte Wolfgang Drechsler, Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen.

Der Anteil der Familien mit Kindern im Arbeitslosengeld-II-Bezug, in denen kein Erwachsener arbeitet, an allen Bedarfsgemeinschaften sei in Hessen sogar noch höher als im Bund. "Knapp die Hälfte der Familien mit Kindern, die in Südhessen auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, hat kein Einkommen aus Arbeit. Bei den größeren Familien mit 5 und mehr Mitgliedern sind das immer noch über 40 Prozent. Allein beim Jobcenter Groß-Gerau gibt es über 350 größere Familien ohne Einkommen aus Arbeit", sagte Drechsler.

Drechsler fügte hinzu, dass auch das außerfamiliäre Umfeld großen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen habe. "Soziale Brennpunkte, in denen ein Großteil der Einwohner Fürsorgeleistungen bezieht, vermitteln den Bewohnern die grundfalsche Botschaft, dass der dauerhafte Fürsorgebezug ohne Gegenleistung ein normales Lebensmodell ist. Die Kommunen und Jobcenter mit ihren Experten aus Jugendamt, Schulamt und Quartiersmanagement müssen hier endlich Hand in Hand mit den Jobcentern arbeiten und sich gegenseitig informieren und unterstützen. Dies sollte man insbesondere von den sogenannten Optionskommunen erwarten, wo das Jobcenter vom Landkreis oder der Stadt selbst betrieben wird. Bessere Perspektiven und ein positives Klima können insbesondere durch funktionierende Bildungseinrichtungen mit Nachmittagsbetreuung geschaffen werden", sagte Drechsler.

Quelle und Kontaktadresse:
Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V., Geschäftsstelle Südhessen Reinhold Stämmler, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Rheinstr. 60, 64283 Darmstadt Telefon: (06151) 2985-0, Fax: (06151) 2985-20

(cl)

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