Pressemitteilung | Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
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VKA ist am Zug: Arbeitgeber müssen sich der Realität stellen

(Düsseldorf) - Die Tarifverhandlungen zwischen dem Marburger Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) werden heute (3. Februar 2010) in Düsseldorf fortgesetzt. Der Marburger Bund fordert für die rund 55.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern eine lineare Erhöhung der Gehälter um durchschnittlich fünf Prozent und eine deutlich bessere Bezahlung von Bereitschaftsdiensten, insbesondere in der Nacht, an Wochenenden und an Feiertagen. Bisher hat die VKA kein Angebot vorgelegt. "Die Arbeitgeber müssen sich endlich der Realität stellen und mit uns daran arbeiten, den Arbeitsplatz kommunales Krankenhaus attraktiver zu gestalten. Nur so wird es gelingen, die Unterbesetzung vieler Kliniken zu überwinden. Wir befürchten sonst einen Anstieg unbesetzter Arztstellen von heute 5000 auf 6000 im nächsten Jahr. Dieser Entwicklung dürfen die Arbeitgeber nicht tatenlos zusehen", sagte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde.

Die Bereitschaftsdienste in der Nacht, an Wochenenden sowie Feiertagen sind ausgesprochen belastend. Die Ärzte stehen rund um die Uhr zur Verfügung, um Menschen in Lebensgefahr, nach Unfällen, bei akuten Komplikationen oder starken Schmerzen zu helfen. Die Arbeitszeit beläuft sich dabei in aller Regel auf 24 Stunden (8 Stunden Vollarbeit und 16 Stunden Bereitschaftsdienst). Bei der Berechnung der Vergütung werden die Bereitschaftsdienste nicht voll, sondern nur zu einem sehr viel geringeren Prozentsatz als Arbeitszeit gewertet. Vielfach aber müssen die Ärzte im Bereitschaftsdienst Routineaufgaben erfüllen. Deshalb entspricht die tatsächliche Arbeitsbelastung nicht der Bewertung des Arbeitgebers, sondern ist weitaus höher. "Die Bereitschaftsdienste werden von den Kliniken zunehmend als Ersatz für Vollarbeit missbraucht, um Kosten zu sparen", kritisierte Henke.

Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband Hans-Jörg Freese, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin Telefon: (030) 746846-0, Telefax: (030) 746846-16

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