Vorwurf Medien seien schuld an politischer Vertrauenskrise "absurd" / Transporteure der Botschaft nicht für Inhalte verantwortlich machen
(Berlin) – Als „absurd“ hat Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, den Vorwurf zurückgewiesen, die Medien gehörten zu den Hauptverantwortlichen für die politische Vertrauenskrise in Deutschland. „Medien sind Spiegel, aber nicht die Verursacher der politischen Realtiät. Wir können die Dinge nicht schönschreiben, bloß weil das der Politik besser passen würde“, erklärte Fürstner am 15. März in Berlin. Medien komme in der Demokratie eine besondere Rolle zu, da sie die Kontrolleure der Politik seien. „Parteispendenaffäre, Visa-Affäre oder nicht transparente Nebentätigkeiten von Abgeordneten sind nur drei von zahlreichen Beispielen, die von den Medien aufgedeckt wurden. Welch ein grandioses Missverständnis herrscht in der Politik vor, wenn die Transporteure der Botschaft für die Inhalte verantwortlich gemacht werden“, betonte Fürstner. Parteipolitisches Gezerre, Machtspiele oder nazistische Selbstdarstellung seien tägliche Begleiter der Politik, die durch die Medien sichtbar gemacht würden. Die Verantwortung für Politikverdrossenheit hätten Politiker und nicht jene, die über Politik berichten.
In einer am 15. März veröffentlichten Umfrage des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) hatten 97 Prozent von rund 200 befragten Abgeordneten der Aussage zugestimmt, die „Art, wie Journalisten über Politik berichten“, sei einer der Haupverursacher für den Vertrauensverlust zwischen Politik und Öffentlichkeit.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V. (VDZ)
Haus der Presse, Markgrafenstr. 15, 10969 Berlin
Telefon: 030/726298-0, Telefax: 030/726298-103
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