Pressemitteilung | DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

Wansleben: "Irrsinn mit Methode" / DIHK zum SPD-Parteitagsbeschluss zur Ausbildungsplatzabgabe

(Berlin) - Irrsinn mit Methode sei der Beschluss des SPD-Parteitages zur Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe, sagte Dr. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

"Vergangene Woche die SPD-Bundestagsfraktion, nun der SPD-Parteitag: Mit dem Beschluss zur Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe meint die SPD-Parteiführung, Linke und Gewerkschafter für die Agenda 2010 ideologisch entschädigen zu müssen. Doch diese Beruhigungspille kommt unser Land teuer zu stehen", so Wansleben wörtlich. Die Einführung einer neuen Steuer konterkariere die positiven Wirkungen der angestrebten Reformen.

Dabei, so Wansleben, seien die Zahlen in diesem Jahr keineswegs so schlecht, wie noch im Frühjahr 2003 prognostiziert. Dank größter Kraftanstrengungen, der IHK-Lehrstellenoffensive und zahlreicher Nachvermittlungsaktionen seien mittlerweile 96 Prozent aller Bewerber untergebracht. Die IHKs hätten Ende Oktober sogar 0,3 Prozent mehr neue Ausbildungsverträge als im Vorjahr verzeichnet. Angesichts der verheerenden wirtschaftlichen Lage und 90.000 Schulabgängern ohne Abschluss ein großartiger Erfolg.

Die jüngsten Zahlenspiele von DGB-Chef Sommer bezeichnet Wansleben als dreiste Demagogie. Die Behauptung, dass die Lehrstellenlücke weit über 200.000 beträgt und nur 47 Prozent der Jugendlichen im dualen Ausbildungssystem ausgebildet werden, werde durch Wiederholung nicht richtiger. Bis zu 250.000 Jugendliche treten Jahr für Jahr eine Ausbildung an, ohne das Arbeitsamt einzuschalten. Deshalb seien die Arbeitsmarktsstatistiken, auf die Sommer sich beziehe, vollkommen irrelevant. Der DGB wisse das. Auf die von Sommer genannte Horrorzahl von über 200.000 fehlenden Lehrstellen komme man auch nur durch Einbeziehung aller Jugendlichen, die ihren ursprünglichen Ausbildungswunsch nicht erfüllen konnten und Alternativen ergriffen hätten. "Genauso gut könnte man alle, die nach einem besseren Job suchen, zu den Arbeitslosen zählen", so Wansleben.

Der Widerstand gegen das Vorhaben des SPD-Parteitags sei glücklicherweise groß - nicht nur von Seiten der Wirtschaft und Teilen der Bundesregierung, sondern auch von CDU/CSU und FDP und der Länder. Dies mache Mut, durch eine starke Koalition der Vernunft die Ausbildungsplatzabgabe noch verhindern zu können. Unsere Betriebe brauchten keine neuen Steuern, sondern Unterstützung und Motivation. Die Industrie- und Handelskammern würden daher trotz herber Enttäuschung ihre Vermittlungsanstrengungen fortsetzen und weiterhin die IHK-Einstiegsqualifizierungen für bedingt Ausbildungsfähige anbieten, so Wansleben.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Breite Str. 29, 10178 Berlin Telefon: 030/203080, Telefax: 030/203081000

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