Pressemitteilung | BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V.
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Warnung vor Überkapazitäten bei der Abfallbehandlung

(Berlin) - Die Unternehmen der deutschen Entsorgungswirtschaft haben in jüngster Zeit hohe Investitionen getätigt, um aufgrund des seit Mitte 2005 geltenden Deponieverbots Kapazitäten in Mechanisch-Biologischen Behandlungsanlagen (MBA), üllverbrennungsanlagen (MVA) und in industriellen Mitverbrennungsanlagen sowie Ersatzbrennstoff-Monoanlagen (EBSAnlagen) zu schaffen. Die von PROGNOS jetzt vorgestellten Zahlen zu Kapazitäts- und Preisentwicklungen sollten bei Planung und Realisierung weiterer Anlagen zum Nachdenken anregen.

So weist PROGNOS aus, dass aufgrund der erheblichen Ausweitung von Vorbehandlungskapazitäten und weiterer Anlagenplanungen bis zum Jahr 2008 eine Kapazität von knapp 18,5 Mio. Jahrestonnen Abfall in MVA bereit seht. Weiterhin sollen Kapazitäten in EBS–Kraftwerken von ca. 2,44 Mio. Jahrestonnen bis 2008 zur Verfügung stehen. Dem gegenüber stehen ca. 18,1 Mio. Tonnen zu behandelnder Abfälle. Rechnet man die derzeit in Zwischenlägern befindlichen heizwertreichen Abfälle hinzu, kann bereits in 2008 von einem ausgeglichenem Verhältnis zwischen Kapazität und Abfallaufkommen ausgegangen werden.

Die Entwicklungskurven zur Betrachtung der nachfolgenden Jahre driften auseinander. So zeigt PROGNOS für 2015 ein weiteres Ansteigen der Kapazitäten MVA auf 19,7 Mio. Tonnen und EBSKraftwerke auf 7,2 Mio. Tonnen, jedoch einen Rückgang der thermisch zu behandelnden Abfälle auf 16,8 Mio. Jahrestonnen auf.

Gravierende Auswirkungen auf die Preisentwicklung seien die Folge, heißt es in der Studie. Der durchschnittliche Behandlungspreis aller MVA lag 2006 bei 173 Euro /t. Aufgrund der absehbaren Überkapazitäten rechnet man mit einer mittelfristigen Angleichung der Preise bei ca. 100 bis 130 Euro /t. Langfristig werde wieder mit Preisen unter 100 Euro/t zu rechnen sein.

Als Fazit der Studie hält der BDE fest, dass sich deutsche Anlagenbetreiber trotz der sich bildenden grenzüberschreitenden Verwertungsströme in Europa, die als zusätzliche Chance gesehen werden können, einem zunehmenden Preiswettbewerb um die Abfallströme stellen müssen. Für die Mitgliedsunternehmen des BDE bedeutet das, ihre bisherigen Planungen noch gründlicher und sorgfältiger als vorher auf den Prüfstand zu stellen.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft e.V. (BDE) Gerd Henghuber, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Behrenstr. 29, 10117 Berlin Telefon: (030) 5900335-0, Telefax: (030) 5900335-99

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