Weltblitzschutztag: Wann bieten Autos Schutz vor Blitzeinschlag?
(Frankfurt am Main) - Genau 99.930 Blitze wurden im vergangenen Jahr in Deutschland registriert. Gerade im Sommer treten Gewitter häufiger auf – und fallen dabei oft auch heftiger aus. Bei der elektrischen Entladung durch einen Blitzeinschlag können Temperaturen von über 30.000 Grad Celsius entstehen, die ganze Gebäude in Brand setzen und im schlimmsten Fall Menschenleben fordern. Auf die Gefahren macht seit einigen Jahren der Weltblitzschutztag am 28. Juni aufmerksam. Seinen Ursprung hat der Gedenktag dabei in einer Tragödie: 2011 kamen in Uganda 18 Schülerinnen und Schüler ums Leben, als ein Blitz in ihr Klassenzimmer einschlug. Seitdem steht dieser Tag in Deutschland unter dem Motto „Blitzschutz SCHÜTZT Leben“.
Aber was sind die wichtigsten Regeln und Tipps? „Wenn ein Gewitter auftritt, dann sollten Sie Schutz suchen“, sagt Thomas Raphael vom VDE Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung (VDE ABB). „Das können zum Beispiel Gebäude sein oder Autos mit einer Metallkarosserie.“ Gebäude mit Blitzschutzsystemen seien zwar sicherer als solche ohne. „Aber bei privaten Gebäuden ist so etwas in der Regel nicht nötig, sie schützen auch so genug“, sagt Thomas Raphael.
Wann schützt ein Auto gegen Blitzschlag?
Bei Autos ist die Sache schon komplizierter. Sie gelten seit Jahrzehnten als besonders sicherer Schutzraum bei Gewittern. Denn ihre Metallkarosserie funktioniert als sogenannter „Faradayscher Käfig“, der den Blitzstrom über die metallene Außenhaut zur Erde ableitet.
„Das funktioniert aber natürlich nur, wenn die Karosserie auch wirklich aus Metall ist“, sagt Thomas Raphael. Wohnmobile und Cabriolets ohne Dachgerüst oder Überrollbügel aus Metall schützen daher nicht sicher vor einem Blitzeinschlag – auch nicht bei geschlossenem Verdeck.
Prinzipiell keinen Unterschied macht hingegen die Antriebsart des Fahrzeugs. „Auch Elektroautos fungieren als Faradayscher Käfig“, sagt Thomas Raphael. Selbst beim Laden seien Personenschäden äußerst unwahrscheinlich. „Öffentliche Ladeeinrichtungen und Ladeparks können sinnvoll mit Blitz- sowie Überspannungsschutz ausgerüstet werden“, ergänzt Thomas Raphael. So seien sie noch einmal sicherer.
Dennoch kann ein direkter Blitzeinschlag die Infrastruktur der Elektromobilität schädigen – ähnliches gilt aber auch für die allgemeine Verkehrsinfrastruktur wie Ampelanlagen. Grundsätzlich rät der VDE daher auch, bei heftigen Gewittern im Auto zu bleiben, aber nicht zu fahren. „Blitz, Donner und Regen können durch eingeschränkte Sicht und heftiges Erschrecken zu Fahrfehlern und Unfällen führen“, erklärt Thomas Raphael. „Bei einem direkten Blitzeinschlag können zudem die Reifen durch die entstehende Hitze beschädigt werden – und durch das elektromagnetische Feld des Blitzes die Fahrzeugelektronik.“ Er rät daher, nach einem Blitzeinschlag ins Auto die Funktionen der Elektronik zu prüfen, bevor es weitergeht.
Quelle und Kontaktadresse:
VDE - Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V., Matthias Schmidt-Stein, Pressesprecher(in), Merianstr. 28, 63069 Offenbach am Main, Telefon: 069 63080
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

