Pressemitteilung | BUND e.V. - Bundesverband - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
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Weltnaturerbe Wattenmeer gefährdet / Kanzlerin Merkel muss drohenden Imageschaden für Deutschland verhindern

(Berlin) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, in den Streit um die Nominierung des Nordsee-Wattenmeeres als UNESCO-Weltnaturerbe einzugreifen. Sie müsse verhindern, dass die Entscheidung des Hamburger Senats, bei der Nominierung Teile des Watts auszuklammern, das Ansehen Deutschlands beschädige. „Ausgerechnet im Vorfeld der Weltkonferenz zum Erhalt der biologischen Vielfalt, die in Kürze in Deutschland stattfindet, blockiert Hamburg mit seinem Verhalten im schlimmsten Fall den gesamten Weltnaturerbe-Status des Wattenmeeres,“ sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Der Hamburger Senat begründet die Ausklammerung von Teilen des Watts damit, dass eine Nominierung zum Weltnaturerbe die vorgesehene Vertiefung der Elbe gefährden würde. Dies sei jedoch völlig aus der Luft gegriffen, so der BUND. Die Vertiefung der Unterelbe sei im Nominierungsantrag an die UNESCO bereits enthalten. Auch die Zufahrt zum Hamburger Hafen sei explizit von der Fläche des künftigen Weltnaturerbes ausgenommen worden. Zudem sei eine Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe mit keinerlei direkten rechtlichen Auswirkungen verbunden.

Weiger: „Kanzlerin Merkel darf nicht zulassen, dass der Hamburger Senat mit seiner aberwitzigen Blockadepolitik den internationalen Bemühungen um mehr Arten- und Biotopschutz offen ins Gesicht schlägt. Die Verhinderung des Weltnaturerbe-Status für das Wattenmeer würde einen enormen Imageschaden für Deutschland bedeuten. Dieser einzigartige Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten muss in seiner Gesamtheit geschützt werden.“

Das Nordsee-Wattenmeer ist die weltgrößte zusammenhängende Fläche von Schlick- und Sandwatt. Die natürlichen dynamischen Prozesse laufen dort in einem weitgehend ungestörten Naturzustand ab. Die UNESCO prüft derzeit den Nominierungsantrag ohne die Hamburger Anteile, diese betragen 1,4 Prozent der Gesamtfläche von rund 10000 Quadratkilometern. Eine Entscheidung über den Antrag fällt voraussichtlich Mitte 2009.

Am morgigen Mittwoch (13. Februar 2008) ist die Nominierung des Wattenmeeres zum Weltnaturerbe auch Gegenstand einer Fragestunde im Deutschen Bundestag.

Quelle und Kontaktadresse:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin Telefon: (030) 275864-0, Telefax: (030) 275864-40

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