Pressemitteilung | Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)

Weniger ist manchmal mehr: bpa zum Bürokratieabbau

(Berlin) - In seiner am 15. Mai 2003 durch die Mitgliederversammlung verabschiedeten Elf-Punkte-Resolution fordert der bpa unter anderem den Abbau von Bürokratie. Hierin wird die Kritik vieler Pflegekräfte und Pflegeeinrichtungen diverser Politiker und Verbände zum Ausdruck gebracht. Die gegenwärtig in der Fachzeitschrift „care konkret“ geführte Entbürokratisierungs-Diskussion oder die Aussage von Petra Selg, pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, auf der Mitgliederversammlung am 15. Mai 2003, „wir brauchen einen Bürokratisierungsabbau“, sind Beispiele dafür.

Der bpa stellt mit seiner Forderung klar, dass die bürokratischen Anforderungen in der Pflege angesichts knapper Ressourcen auf das notwendige Maß reduziert werden müssen. Nicht die Strukturqualität, sondern die Ergebnisqualität, das Ergebnis der Pflege muss in den Mittelpunkt der Bewertung. Hierzu gehört zwangsläufig und maßgeblich die Kundenzufriedenheit. Der Pflegebedürftige ist Kunde einer Dienstleistung und entscheidet nach den einschlägigen Pflegeprozessmodellen und als selbstbestimmter Bürger über Umfang und Inhalt seiner Leistung unter Beratung der Pflegefachkraft.

Besonders brisant ist der bürokratische Aufwand nach Feststellung vieler Pflegedienste in der häuslichen Krankenpflege, neben ärztlichen Verordnungen und Leistungsnachweisen werden zusätzliche Protokolle und Stellungnahmen sowie z. B. Begründungen von Pflegediensten für ärztlich zu verordnende Leistungen neben Zusatzerhebungen und Kopien der Pflegedokumentationen verlangt. Nach Zeiterfassungsverfahren, z. B. durch A. Heiber, hat sich der durchschnittliche Bearbeitungsaufwand für eine Verordnung häuslicher Krankenpflege nach Verabschiedung der Richtlinie des Bundesausschusses mehr als verdreifacht.

„Der bpa ist für eine professionelle Pflege, inklusive Pflegedokumentation und Pflegeplanung, und für soviel bürokratischen Aufwand wie zwingend nötig. Wünscht der Kostenträger zusätzliche Dokumentation, muss er den Aufwand hierfür bei der zeitlichen Bemessung der Leistung oder dem Personalschlüssel berücksichtigen. Zunehmende bürokratische Anforderungen dürfen weder auf den Rücken der Pflegebedürftigen noch auf dem der Pflegekräfte ausgetragen werden“, so Bernd Meurer, Präsident des bpa. Vor diesem Hintergrund bedauert es der bpa, wenn der Medizinische Dienst der Spitzenverbände trotz Erläuterung die bpa-Resolution fehlinterpretiert und meint, weniger Bürokratie bedeute keine fachliche Pflege oder sogar den Verzicht auf Pflegedokumentation oder Pflegeplanung.

Der bpa hält es für konstruktiv und sinnvoll, eine offene und unpolemische Diskussion über die Möglichkeit des Bürokratieabbaus auch in der Pflege zu führen, um die begrenzten Ressourcen effizient einzusetzen und die Kritik der Pflegekräfte konstruktiv aufzugreifen. Ein Beispiel hierfür ist die Diskussion aufgrund der Initiative des Landes Niedersachsen zum Thema „Betreuung statt Verwaltung – zu viel Bürokratie in der Pflege?“. Die dort getroffenen Ergebnisse spiegeln unter anderem aus der Sicht der Teilnehmer des bpa, des MDK und MDS sowie diverser Kranken- und Pflegekassen notwendige konkrete Schritte wider.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.(bpa), Bundesgeschäftsstelle Hannoversche Str. 19, 10115 Berlin Telefon: 030/308 788 60, Telefax: 030/308 788 89

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