Wer hält unser Essen frei von Gentechnik? / Bürger und Verbände schauen Abgeordneten auf die Finger
(Berlin) - 40 Großplakate mit Portraits von Abgeordneten und ihren Positionen zur Gentechnik präsentierten Umwelt- und Landwirtschaftsverbände heute (13. Juli 2007) vor dem Bundestag. Die Organisationen und tausende Bürger hatten die Abgeordneten mit einer Aktionstour in den letzten Wochen auf den Marktplätzen ihrer Heimatstädte gefragt: Gentechnik im Essen per Gesetz? Machen Sie da mit? 80 Prozent der Bürger wollen keine Gentechnik - weder in der Landwirtschaft noch im Essen. Doch in den Hinterzimmern der Politik wird an einem Gentechnik-Gesetz gebastelt, das ihr zum Durchbruch verhelfen soll, so Christoph Bauz von Campact. Tausende Bürger haben auf unserer Aktionstour ihren Abgeordneten vor Ort deutlich gemacht: Sie müssen im Bundestag die Interessen ihrer Wähler und nicht die der Gentechnik-Konzerne vertreten.
Für die Aktionstour hatten wir den richtigen Zeitpunkt gewählt: Wichtige SPD-Politiker wie Hubertus Heil, Michael Müller und Dieter Wiefelspütz konnten wir bewegen, sich vor ihren Wählern hinter die gentechnikkritische Position ihrer Fachpolitiker zu stellen. Jetzt muss nachgebessert werden und die Bürger werden ihren Abgeordneten weiter auf die Finger schauen, so Peter Röhrig, Gentechnikexperte des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft.
Im Gespräch mit Bürgern hatten der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gerd Müller (CSU) und der Vorsitzende der Fraktionsarbeitsgruppe Landwirtschaft, Peter Bleser (CDU) das Ziel einer Koexistenz von Gentechnik-Anbau und gentechnikfreier Landwirtschaft betont. Leider blieben sie die Antwort schuldig, wie sie erreichen wollen, dass sich Bienen und Pflanzenpollen an Mindestabstände halten. Zu Schutzgebieten mit ihrer Vielfalt an Pflanzen und Tieren soll es gar keine Abstände geben, so Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes (NABU).
Die Betroffenen dürfen nicht auf den Kosten des Gentechnik-Anbaus sitzen bleiben, die durch Analysen oder unverkäufliche Ernten entstehen forderte Georg Janßen, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Stattdessen müssen die Gentechnikproduzenten für Analysekosten aufkommen und bereits ab einer Belastung von Nachbarernten in Höhe der Nachweisgrenze zahlen.
Die Aktionstour wurde vom Online-Bürgernetzwerk Campact organisiert. Sie wurde von zahlreichen Bürgern sowie der AbL, AOEL, Bioland, BÖLW und seinen Mitgliedsverbänden, Bund Naturschutz Bayern, Demeter, NABU, refo, Schrot & Korn und vielen weiteren unterstützt.
Quelle und Kontaktadresse:
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW)
Pressestelle
Marienstr. 19-20, 10117 Berlin
Telefon: (030) 28482-300, Telefax: (030) 28482-309
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