Wettbewerb im Gesundheitssystem stärken
(Berlin) - Vertreter aus Industrie und Wissenschaft fordern die Politik auf, das Gesundheitssystem schnell auf die demografische Herausforderung einzustellen. "Je länger wir damit warten, auf die demografische Entwicklung politisch zu reagieren, desto schmerzhafter und teurer werden die schlussendlich unausweichlichen Reformen werden," sagte Cornelia Yzer vom vfa am 18. Mai 2009 auf einer Veranstaltung mit dem Bundesverband Managed Care (BMC), dem Kronberger Kreis und dem ZVEI in Frankfurt.
"Ohne mehr Wettbewerb wird unser Gesundheitssystem künftig nicht funktionieren. Nur so können wir die Effizienzreserven heben, die wir brauchen, um den demografischen Wandel zu bewältigen und den medizinischen Fortschritt zu finanzieren", so Yzer weiter.
Für einen stärkeren Wettbewerb zwischen den Krankenkassen setzte sich Prof. Dr. Johann Eekhoff vom Kronberger Kreis mit seinem Modell der Bürgerprivatversicherung - einer privaten Krankenversicherung für alle Bürger - ein: "Die Gesundheitspauschalen können wieder unmittelbar an die jeweilige Versicherung fließen und brauchen nicht über den Gesundheitsfonds nivelliert zu werden. Der Wettbewerb wird über die Höhe der krankenkassenspezifischen Pauschalen und die Qualität der Leistungen ausgetragen."
"Damit ein sinnvoller Wettbewerb im Gesundheitswesen entstehen kann, brauchen wir deutlich mehr Transparenz über die Qualität der Leistungserbringer", erklärte Prof. Dr. Volker Amelung vom Bundesverband Managed Care. Zudem sprach er sich für einen "Innovationsfonds" im deutschen Gesundheitssystem aus, um sicherzustellen, dass ausreichend in neue Versorgungskonzepte investiert wird.
"Innovative Medizintechnik wirkt nicht für sich alleine", sagte Dr. Klaus Mittelbach vom ZVEI. "Qualität und Wirtschaftlichkeit entstehen erst, wenn wir neue Technik, die wir in unserer Industrie stetig entwickeln, schneller als bisher auch in der Praxis einsetzen können". Dafür fordert der ZVEI mehr Wettbewerb im Gesundheitssystem und mehr Entscheidungsfreiheit für Ärzte, Krankenhäuser, Versicherte und Konsumenten. "Auf diesem Wege kann es gelingen, auch die technischen Lösungen für die Herausforderungen zu bieten, die die demografische Entwicklung an das deutsche Gesundheitssystem stellt," so Mittelbach weiter.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA)
Dr. Jochen Stemmler, Pressesprecher, Gesundheit und Wirtschaft
Hausvogteiplatz 13, 10117 Berlin
Telefon: (030) 206040, Telefax: (030) 20604222
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