Wichtiger Betrag für nationalen Ausbildungspakt / Keine Ausbildungsplatzkrise in den Agrarberufen
(Berlin) - Von Ausbildungsplatzkrise kann in der Landwirtschaft nicht die Rede sein. Im laufenden Ausbildungsjahr sind die Zahlen entgegen dem bundesweiten Gesamttrend in den grünen Berufen stabil. Seit 2002 stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge um 12 Prozent und die Zahl der Auszubildenden um 10 Prozent. Einen Zuwachs brachte der zum 1. August 2005 neu eingeführte Beruf Fachkraft Agrarservice mit bundesweit über 130 Ausbildungsverträgen. Nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat der landwirtschaftliche Bereich daher einen deutlichen Beitrag zur Umsetzung des nationalen Ausbildungspaktes geleistet, der im Juni 2004 zwischen der Bundesregierung und der Wirtschaft abgeschlossenen wurde. Auch ohne unmittelbare Einbindung in den Ausbildungspakt wird die Landwirtschaft im Gesamtverbund der deutschen Wirtschaft auch weiterhin ihr Engagement für die Aus- und Weiterbildung des Berufsnachwuchses erhöhen.
Zu einer positiven Entwicklung der Ausbildungszahlen trug nach Auskunft des DBV die Novellierung der Ausbildungsverordnungen verschiedener Agrarberufe in den vergangenen Jahren bei. Dadurch seien beispielsweise im Beruf Tierwirt/in die Ausbildungszahlen gestiegen. Verhaltene Resonanz in der Praxis fand aber bislang die 2002 eingeführte Berufsausbildungsvorbereitung (BAV) durch Qualifizierungsbausteine. Auch die 2004 mit dem Ausbildungspakt eingeführte Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQJ) setzte sich in der Agrarwirtschaft aufgrund der kleinbetrieblichen Strukturen nur begrenzt durch. Steigende berufliche Anforderungen begrenzen zudem das Potenzial der Agrarwirtschaft zur Ausbildung benachteiligter und behinderter Menschen.
Der DBV weist darauf hin, dass sich Defizite bei der Ausbildungsreife Jugendlicher auch im grünen Bereich zu einem dramatischen Ausbildungshemmnis entwickelt haben. Dieses gesamtgesellschaftliche Problem ist nach Einschätzung des DBV nur durch intensive gemeinsame Anstrengungen von Familien, vorschulischer Erziehung, Schulen, Jugendarbeit und vielen anderen Akteuren lösbar. Zielklarheit, Motivation und Lernbereitschaft, sowie grundlegende Schulkenntnisse seien unverzichtbare Voraussetzung für einen erfolgreichen Berufsstart und die berufliche Weiterentwicklung. Wichtiges Kriterium für den Abschluss eines Ausbildungsvertrages ist zudem die altersgerechte persönlich-soziale Reife der Jugendlichen, stellte der DBV fest.
Die berufsständischen Organisationen des Agrarbereichs haben in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten zur Berufsinformation und Nachwuchswerbung für Agrarberufe auf Bundesebene und insbesondere auf Länderebene weiter intensiviert. In einem breiten Netzwerk von Agrarverbänden, Landjugend- und Landfrauenorganisationen, Landwirtschaftskammern, Arbeitsagenturen, Schulen, Ämtern und anderen Kooperationspartnern hat der Agrarbereich seine Informationsarbeit über grüne Berufe ständig ausgeweitet. Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist der Tag der Ausbildung, der im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2006 am 16. Januar 2006 in Berlin veranstaltet wurde.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Dr. Michael Lohse, Pressesprecher, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 31904-0, Telefax: (030) 31904-205
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