Pressemitteilung | Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV)

Wie Medienhäuser Journalisten schützen können

(Berlin) - Journalistinnen und Journalisten in Deutschland
können sich ab sofort online darüber informieren, ob ihr Medienhaus dem
Schutzkodex für bedrohte Medienschaffende beigetreten ist. Unter der
URL www.schutzkodex.de finden sie Informationen, welche unterstützenden
Maßnahmen der Kodex umfasst. Zudem werden dort Termine für Online-
Treffen Betroffener bekanntgegeben.

Ein Bündnis aus Journalistenorganisationen, Mediengewerkschaften und
Beratungseinrichtungen hatte den Schutzkodex im April vergangenen
Jahres ins Leben gerufen. Medienhäuser, die sich dem Kodex
angeschlossen haben, erklären sich dazu bereit, bestimmte Standards zum
Schutz ihrer Mitarbeitenden umzusetzen. Der Kodex umfasst ein Dutzend
praktische Maßnahmen wie feste Ansprechpersonen bei den Arbeitgebern
sowie psychologische und juristische Unterstützung der Betroffenen bei
verbalen und körperlichen Gewalterfahrungen. "Gewalt, Übergriffe und
Beleidigungen gegen Journalisten werden eher mehr als weniger", stellt
DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall fest. "Da ist es umso wichtiger,
dass sich die Medienhäuser zu ihrer Verantwortung bekennen."

Dem Schutzkodex hatten sich zum Start bereits die dpa, die taz, Zeit
und Zeit online, der Spiegel und die Frankfurter Rundschau
angeschlossen. Neu hinzu gekommen ist seitdem die Südwestdeutsche
Medien Holding, zur der auch die Süddeutsche Zeitung gehört.

Für Journalisten, die zur Zielscheibe von Hass und Hetze werden, ist
die Bedrohung psychisch sehr belastend. Häufig machen die Angriffe auch
vor Familienmitgliedern nicht Halt. Der Schutzkodex beinhaltet daher
auch juristische und psychologische Unterstützung für die Familien der
Betroffenen. Wenn im Rahmen von Berichterstattung und Recherche mit
körperlichen Angriffen zu rechnen ist, verpflichten sich die
Medienhäuser zur Begleitung durch Sicherheitspersonal.

Der Initiative für den Schutzkodex gehören an: die Deutsche
Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di, der Deutsche
Journalisten-Verband (DJV), die Neuen deutsche Medienmacher*innen e.V.,
Reporter ohne Grenzen e.V. und der Verband der Beratungsstellen für
Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. (VBRG
e.V.).

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV) Paul Eschenhagen, Stellv. Pressesprecher Torstr. 49, 10119 Berlin Telefon: (030) 7262792-0, Fax: (030) 7262792-13

(mn)

NEWS TEILEN: