Pressemitteilung | Verband der Privaten Bausparkassen e.V.
Anzeige

Willkommensgruß an Mr. Barack Obama / Verband warnte schon 2005 vor dubiosen Finanzierungspraktiken

(Berlin) - Die privaten Bausparkassen haben heute (24. Juli 2008) in einer Anzeige in einer in Berlin erscheinenden Zeitung einen besonderen Willkommensgruß an den amerikanischen Präsidentschaftskandidaten gerichtet (siehe Anlage). Darin wird Mr. Obama gebeten, seine Losung „Change. Yes, we can“ auch auf das Feld der Wohnungsbaufinanzierung zu übertragen. „Denn zurzeit“, so der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Andreas J. Zehnder, „leiden Hunderttausende amerikanischer Familien gewaltig unter den Folgen der Immobilien-Krise.“ Die Auswirkungen seien auch in Europa und Deutschland zu spüren.

Nach Auffassung von Zehnder ist dies aber kein Zufall, sondern systembedingt. Erst kürzlich (siehe Pressemitteilung vom 14. Juli 2008)* habe der Verband darauf hingewiesen, dass in den USA fast jeder zweite Kredit ohne Eigenkapital gewährt worden sei. Viele Normalverdiener, die sich solche 100 Prozent-Finanzierungen gar nicht hätten leisten können, wären mit variablen Zinsen zum Hauskauf verlockt worden.

„Diese unseriösen Finanzierungspraktiken sollten“, so Zehnder weiter, „auch in der EU als Wundermittel für mehr Wachstum verkauft werden.“ Beleg dafür seien die ursprünglichen Pläne der EU-Kommission für eine europäische Einheitsbaufinanzierung. Die von ihr beauftragte Unternehmensberatung London Economics habe sich für Subprime-Märkte nach US-Vorbild ausgesprochen. Zwar sei im Dezember 2007 die Notbremse gezogen und auf eine EU-Richtlinie verzichtet worden. Niemand könne aber garantieren, dass diese Pläne nicht irgendwann wieder aus der Schublade gezogen würden.

Zwischenzeitlich habe nämlich die EU-Kommission London Economics beauftragt, das Geschäftsmodell so genannter „non deposit lender“, also nicht einlagenbasierter Kreditinstitute, zu untersuchen. Dabei solle erforscht werden, welche nationalen Rechtsvorschriften solche Kreditinstitute verhindern würden. Zehnder: „Diese Schein-Banken, die sich nicht durch Kundeneinlagen, sondern über die Verbriefung von Forderungen finanzieren, haben in den USA eine unrühmliche Rolle gespielt. Jeder sollte doch mittlerweile erkannt haben, dass es verantwortungslos wäre, bewährte europäische und deutsche Finanzierungspraktiken zu gefährden.“

In der Anzeige werde auch die Rolle der Weltbank gestreift. Neben den Banken in den USA und Großbritannien habe auch sie solch fragwürdigen Finanzierungspraktiken den Weg geebnet. „Andere Wege zum Wohneigentum, wie etwa über das Bausparen, sind von der Weltbank geradezu verteufelt worden“, erklärte Zehnder, „vor allem, wenn damit eine Ansparförderung des Staates verbunden war.“ Dabei zeige die US-Immobilien-Krise, wie wichtig eigenkapitalbasierte Finanzierungssysteme seien. Im Unterschied zum US-amerikanischen Modell baue das deutsche Finanzierungssystem darauf, Sicherheit zu gewährleisten. Strenge Beleihungs- und Bonitätsprüfungen seien bei den deutschen Kreditinstituten Standard. „Die Bausparkassen als Spezialkreditinstitute bieten ein wichtiges Sicherheitsmodul hinsichtlich Eigenkapital und Zinsgarantie“, betonte er. Zu Recht werde die Eigenkapitalbildung durch Bausparen staatlich gefördert: mit kleinem Anreiz, aber großer volkswirtschaftlicher Wirkung. Die USA habe stattdessen auf Schuldzinsenabschreibung und weitgehende Steuerfreiheit bei Wertgewinnen für Immobilien gesetzt. „Der amerikanische Steuerzahler“, so Zehnder, „zahlt dafür jetzt eine milliardenschwere Zeche“.

Die Anzeige fügt sich nach Angaben des Verbandes in eine ganze Reihe von Aktivitäten ein, die lang vor dem Platzen der US-Immobilienblase eingesetzt hätte. Diese zeige, wie ernst die privaten Bausparkassen das Thema nehmen würden.


Dazu zählten neben Pressegesprächen u.a.:

• Presseveröffentlichung „Bauen ohne Eigenkapital? – Langfristig negative Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft“ vom Oktober 2006 (siehe Verbandsschrift „Wohnen in Deutschland“, Ausgabe 3/06)*

• Beauftragung der Studie „Die Krise am Hypothekarkreditmarkt der USA“ von Hans-Joachim Dübel im Dezember 2006 und Vorstellung im Rahmen ei-ner Pressekonferenz kurz vor bekannt werden des IKB-Debakels im Juli 2007* (siehe auch Verbandsschrift „Wohnen in Deutschland“, Ausgabe 02/07*)

• Pressemitteilungen des Verbandes der Privaten Bausparkassen zu den Baufinanzierungspraktiken in den USA und den entsprechenden Überlegungen auf EU-Ebene vom 28. Juni 2007*, 18. Juli 2007*, 2. August 2007*, 8. April 2008* und 14. Juli 2008*

• Pressemitteilungen der Europäischen Bausparkassenvereinigung vom 19. Juli 2005**, 13. September 2005**, 14. November 2006**, 28. August 2007**, 1. September 2007**, 24. Oktober 2007**, 7. Dezember 2007**, 18. De-zember 2007** und 22. April 2008**

• Weitere Beiträge in der Verbandsschrift „Wohnen in Deutschland“ in den Ausgaben 03/07*, 04/07*, 01/08* und 02/08*

* abrufbar unter www.bausparkassen.de
** abrufbar unter www.efbs.org

Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Privaten Bausparkassen e.V. Pressestelle Klingelhöferstr. 4, 10785 Berlin Telefon: (030) 590091-500, Telefax: (030) 590091-501

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige