Windenergieausbau an Land 2025 Starken Zubau verstetigen, Resilienz gewährleisten
(Berlin /Frankfurt) - Im Jahr 2025 setzte sich das sichtbare Wachstum der Windenergie an Land fort. Insgesamt wurden in Deutschland 3.310 Windenergieanlagen (WEA) an Land mit einer Leistung von 20.765 MW neu genehmigt. Bei den deutlich überzeichneten Ausschreibungen der Bundesnetzagentur wurden 2.348 WEA mit 14.449 MW bezuschlagt.
Damit werden die Rekorde des Jahres 2024 nochmals übertroffen. Der Wettbewerb in den Ausschreibungen funktioniert und führte in den vergangenen Runden zu sinkenden mittleren Zuschlagswerten. Folgerichtig hat die BNetzA für dieses Jahr den Höchstwert leicht abgesenkt.
Der Bruttozubau im Jahr 2025 liegt mit 958 WEA und 5.232 MW Leistung deutlich über dem Niveau des Vorjahres und somit in der Prognosespanne der beiden Verbände, die einen Zubau von 4.800 bis 5.300 MW prognostiziert hatten. Die insgesamt installierte Leistung erhöht sich auf rund 68.100 MW. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung im Auftrag der Verbände BWE und VDMA Power Systems, die erneut von der Fachagentur Wind und Solar durchgeführt wurde.
„Windenergie gewinnt stetig weiter an Bedeutung im deutschen Energiesystem. Gleichzeitig nehmen die Sicherheitsbedrohungen, auch durch geopolitische Entwicklungen, deutlich zu. Der politische und regulative Rahmen muss die lückenlose Sicherheit und Resilienz aller am Stromnetz angeschlossenen Energieanlagen wirksam adressieren, um bestehende Risiken zu minimieren und die Versorgungs- und nationale Sicherheit zu gewährleisten. Dies betrifft sowohl die physische und die digitale Sicherheit der Anlagen als auch den Zugriff auf kritische Anlagen durch Hersteller. Ausdrücklich geht es hier um den Schutz nationaler Sicherheitsinteressen“, erklärt Dr. Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer von VDMA Power Systems.
„Die Zubaudynamik ist positiv und muss mit einem ambitionierten Kurs und dem richtigen politischen Rahmen fortgeschrieben und verstetigt werden. Sie sendet zwei wichtige Signale: Die Windindustrie kann liefern und Kosten senken. Die Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette brauchen Planbarkeit und politische Verlässlichkeit, auch mit Blick auf Realisierungsrahmenbedingungen etwa bei weiter bestehenden Transporthürden. Die bevorstehende EEG-Novelle muss Investitionen mit verbindlichen Ausbauzielen anreizen – nur so können Kosteneffizienz, Versorgungssicherheit, technologische Souveränität und industrielle Wertschöpfung langfristig gesichert werden“, so Rendschmidt.
Herausforderungen sieht auch BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek: „So erfreulich die Rekorde bei Neugenehmigungen und Zuschlägen auch sind, legen diese die Probleme eines zu langsamen Netzausbaus offen: Der Netzzugang für neue Projekte wird immer schwieriger. Wenn man von einer durchschnittlichen Umsetzungsdauer von fast zwei Jahren ausgeht, erwarten wir ab Ende 2026 einen Zubau-Boom der im Jahr 2024 bezuschlagten Projekte. Bis zu zehn Gigawatt sind unter den richtigen Rahmenbedingungen möglich. Lange Wartezeiten und die geringe Verfügbarkeit von Anschlüssen hemmen die Zubaudynamik erheblich. Das Netz muss endlich konsequent und mit hoher Dringlichkeit ausgebaut, modernisiert und digitalisiert werden. Einschränkungen beim Netzanschluss für Erneuerbare Energien sind der falsche Weg. Die Versäumnisse der vergangenen Jahre beim Netzausbau dürfen jetzt nicht dazu führen, dass die Windenergie ausgebremst wird.“
Dr. Dennis Rendschmidt betont die zentrale Rolle der Windenergiebranche als Standortfaktor: „Investitionen in Energieinfrastruktur setzen starke Wertschöpfungsimpulse. Sie schaffen Nachfrage nach Anlagen und Komponenten, sichern Beschäftigung und generieren Steueraufkommen. Damit leisten sie einen Beitrag zur langfristigen wirtschaftlichen Stabilität und industriellen Basis Deutschlands. Dies ist ein wichtiges Signal in der aktuellen konjunkturellen Situation. Darüber hinaus ist der Erhalt von technologischem Know-how in Deutschland und Europa ein zentraler Faktor für die Bedeutung eines resilienten Energiesystems, das weniger abhängig von außereuropäischen Energielieferanten ist.“
Um diesen Standortfaktor abzusichern, brauche es dringend die seit Jahren angekündigte Reform des Stromsystems. Bärbel Heidebroek: „Das deutsche Energiesystem bleibt noch immer in einer Logik weniger Großkraftwerke verhaftet. Die Realität ist aber längst eine andere: Erneuerbare Energien, allen voran Wind- und Solarenergie, sind das Rückgrat der deutschen Stromerzeugung. An ihren Bedarfen muss das Energiesystem ausgerichtet werden. Das bedeutet vor allem eine deutliche Flexibilisierung auf Erzeugungs- und Verbraucherseite sowie in den Netzen, zum Beispiel durch Speicher, den Hochlauf der grünen Wasserstoffwirtschaft, konsequentes Cable Pooling und eine Stärkung der Direktbelieferung. Diese Flexibilisierung entlastet die Netze und schafft einen zeitlichen Puffer, bis der Netzausbau an Fahrt gewinnt. Die Windenergiebranche hat ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt sind die Netzverantwortlichen in der Bringschuld.“
Prognose Deutschland im Jahr 2026
Für das Jahr 2026 prognostizieren die Verbände bei unveränderter Realisierungsgeschwindigkeit einen zu erwartenden Zubau in Höhe von 8 bis 8,5 GW.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE), Frank Grüneisen, Pressereferent(in), EUREF-Campus 16, 10829 Berlin, Telefon: 030 212341210
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