Pressemitteilung | Hartmannbund – Verband der Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.
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Winn wirbt für Kostenerstattung und neue Diskussionskultur

(Berlin) - Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Prof. Dr. Kuno Winn, hat dazu aufgerufen, die durch die Bundestagswahl entstandene gesundheitspolitische Zäsur auch zu einem Umdenken in der Diskussionskultur zu nutzen. "Ich kann nur an alle Beteiligten appellieren, Sachlichkeit und Kompetenz in den Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung zu rücken", sagte Winn. Er sei davon überzeugt, so Winn, dass der neue Gesundheitsminister für einen solchen neuen Stil in der politischen Auseinandersetzung alle Voraussetzungen und - im Gegensatz zu seiner Vorgängerin - auch den Willen dazu mitbringe. Konkrete Kritik übte Winn an der Behauptung des Gesundheitsexperten des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Dr. Stefan Etgeton, die hohe Zahl der Arztbesuche in Deutschland sei auf ein "zu häufiges Einbestellen" von Patienten durch den behandelnden Arzt zurückzuführen.

"Plumpe Polemik trägt nicht zur Lösung des Problems bei. Ich gehe davon aus, dass Herr Etgeton sehr genau weiß, dass unter den derzeitigen Bedingungen der Regelleistungsvolumina der Fallwert für die Basisversorgung eines Patienten für ein Quartal oft nicht einmal die Honorare für den Erstkontakt abdeckt. Der Vorwurf des gezielten übermäßigen Einbestellens von Patienten ist insofern völlig absurd - und aus Sicht der Ärzte auch rein betriebswirtschaftlich blanker Unsinn", sagte Winn.

Zielführender seien Überlegungen, Patienten mit einem festgelegten Prozentsatz an den Behandlungskosten zu beteiligen, wie sie zuletzt der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, in die Diskussion gebracht hat. "In der Tat ist eine intelligente Zuzahlungsregelung ein geeigneter Anreiz für kosten- und gesundheitsbewusstes Verhalten, um so zum Beispiel unnötige Arztbesuche zu vermeiden", erklärte Winn. "Auf diesem Wege kann auch den Forderungen des Gesundheitsministers Rechnung getragen werden, künftig die Wartezeiten in den Arztpraxen zu reduzieren." Dies werde allerdings realistisch gesehen nur in einem komplett neu konzipierten System verwirklicht werden können, wozu auch die ärztliche Honorierung gehöre.

Winn: "Dazu hat der Hartmannbund dem Minister ein Konzept vorgelegt, das konkrete Maßnahmen zur Einführung der Kostenerstattung mit sozialverträglicher Selbstbeteiligung als primärem Abrechnungs- und Vergütungssystem enthält. Es verdeutlicht, dass die Kostenerstattung sozial abgefedert umgesetzt werden kann, ohne dass den Versicherten dadurch unnötige Mehrbelastungen entstehen". Stattdessen würden Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Autonomie der Patienten gestärkt und Transparenz im Kosten- und Leistungsgeschehen herstellt. "Damit werden die Patientenströme effektiv zugunsten notwendiger und versorgungsintensiver Behandlungsfälle gesteuert", so Winn abschließend.

Quelle und Kontaktadresse:
Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V., Hauptgeschäftsstelle Pressestelle Schützenstr. 6a, 10117 Berlin Telefon: (030) 2062080, Telefax: (030) 20620829

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