Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
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„Wir brauchen eine Qualitätsoffensive für Kinderkrippen! / Länder dürfen sich nicht verweigern“ / Nach Finanzzusage des Bundes müssen die Länder hochwertige Angebote schaffen

Frankfurt am Main/Berlin) - „Das Konzept zur Krippenfinanzierung steht. Der Bund beteiligt sicht nur an den Baukosten, er finanziert auch den laufenden Betrieb mit Milliardenzuschüssen. Die Länder sind nun in der Pflicht. Sie müssen endlich ein enges Netz qualitativ hochwertiger Kinderkrippen aufbauen. Die Zeiten der Ausreden ist vorbei“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Ulrich Thöne, mit Blick auf den Gesetzentwurf des Bundeskabinetts zur Schaffung eines Sondervermögens für den Krippenausbau.

Der GEW-Vorsitzende forderte eine Qualitätsoffensive in der frühkindlichen Bildung. „Die Eltern werden die Krippen nur akzeptieren, wenn sie sich zu hochwertigen Bildungseinrichtungen weiterentwickeln. Mit reinen Kinder-Verwahranstalten ist keiner Familie geholfen. Gerade bei den Kleinkindern brauchen wir gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, kleine Gruppen mit maximal fünf Kindern pro Fachkraft und viel Zeit für Vor- und Nachbereitung. Die Länder dürfen im Interesse der Kinder nicht auf Billiglösungen setzen“, sagte Thöne.

Das Krippenprojekt der Bundesregierung drohe an einem Fachkräftemangel zu scheitern, wenn Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher nicht so schnell wie möglich verbessert werden. „Es fehlen künftig gut ausgebildete Fachkräfte, die ein hervorragendes Angebot gewährleisten können“, warnte der GEW-Vorsitzende. Er erinnerte daran, dass allein für den geplanten Ausbau der Krippenplätzen rund 100.000 neue Erzieherinnen gebraucht würden. Mit deren Ausbildung hätte man besser gestern als heute begonnen. „Wir brauchen attraktive Rahmenbedingungen, damit sich mehr junge Menschen für den Erzieher-Beruf entscheiden. Dazu gehören eine bessere Bezahlung entsprechend ihrer qualifizierten Ausbildung und eine Anhebung der Ausbildung auf Hochschulniveau. Schon jetzt haben viele Städte gerade in Ballungsgebieten Probleme, ausreichend Fachkräfte zu finden. Allein die Mieten fressen einen Großteil des Gehalts auf“, sagte Thöne.

Der GEW-Vorsitzende hob hervor, dass die Ministerpräsidenten im Rahmen der Föderalismus-Reform nachdrücklich betont hätten, dass die Länder sogar ohne Geld des Bundes ein gutes Bildungssystem schaffen können: „Mit dem massiven Ausbau guter Kinderkrippen können die Länder ihre Handlungsfähigkeit jetzt belegen. Wir freuen uns darauf.“

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ulf Roedde, Pressesprecher Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201

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