Pressemitteilung | Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
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„Wir brauchen keine Leuchttürme auf dem Studentenberg“ / Bildungsgewerkschaft zur Zukunft der Exzellenzinitiative

(Frankfurt am Main) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Bund und Länder gewarnt, vorschnell Zusagen zur Fortsetzung der Exzellenzinitiative zu machen. „Voraussetzung für die fortgesetzte Förderung der universitären Spitzenforschung mit weiteren Milliarden ist der Ausbau der Hochschulen in der Breite – wir brauchen keine Leuchttürme auf dem Studentenberg“, erklärte das für Hochschule und Forschung zuständige GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller.

„Bund und Länder haben bisher keine Antwort darauf gegeben, wie sie in den nächsten fünf Jahren Studienplätze für die 700.000 zusätzlichen Studierenden schaffen möchten, die die Kultusministerkonferenz bis 2012 erwartet“, kritisierte der GEW-Hochschulexperte. Er forderte Bund und Länder auf, vor der Entscheidung über die Fortsetzung oder gar Erweiterung der Exzellenzinitiative die finanziellen Voraussetzungen für einen „Hochschulpakt II“ zu schaffen und damit die notwendigen Mittel für mehr Studienplätze und bessere Studienbedingungen bereitzustellen. „Für die Schaffung von ausreichend Studienplätzen und die überfällige Verbesserung der Qualität der Lehre werden jährlich zusätzlich 3,8 Milliarden Euro benötigt“, erklärte Keller und bezog sich auf Berechnungen der Hochschulrektorenkonferenz und des Wissenschaftsrats.

Auch bei einer möglichen Neuauflage der Exzellenzinitiative dürfe es kein „Weiter so“ geben, sagte Keller. „Bund und Länder müssen für ein transparentes und chancenoffenes Verfahren sorgen: Hochschulen in finanzschwachen Bundesländern müssen die gleichen Chancen haben wie solche in finanzstarken Ländern. Zudem müssen Fachhochschulen endlich antragsberechtigt werden“, erklärte der GEW-Sprecher. Auch dürfe die Qualität wissenschaftlicher Arbeit nicht unter dem Exzellenzbewerb leiden. „Die befristete Förderung von Projekten durch die Exzellenzinitiative darf dem `Hire-and-Fire´-Prinzip an Hochschulen nicht weiter Vorschub leisten. Exzellente Forschung und exzellente Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Personals sind zwei Seiten einer Medaille“, betonte Keller.

Info:

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat haben heute (11. Juli 2008) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz ein „Eckpunkte-Papier zur Weiterentwicklung der Exzellenzinitiative“ vorgestellt. 2009 haben Bund und Länder über die Fortsetzung der Exzellenzinitiative zu entscheiden.

Mit der Exzellenzinitiative wird die Spitzenforschung an Universitäten mit 1,9 Milliarden Euro gefördert. Für den Ausbau der Studienplätze benötigen die Hochschulen nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) jährlich 2,6 Milliarden Euro, für die Verbesserung der Qualität der Lehre nach Angaben des Wissenschaftsrats weitere 1,1 Milliarden Euro.

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ulf Roedde, Pressesprecher Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201

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