Pressemitteilung | GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.
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Wohnungswirtschaft fordert: Wettbewerb auf den Medienmärkten erhalten / GdW-Multimedia-Kongress in Berlin diskutiert neue Serviceleistungen für Mieter / GdW fördert Forschungsvorhaben

(Berlin) - Die Wohnungswirtschaft befürwortet die vom Bundeskartellamt verfolgte Strategie eines Wettbewerbs zwischen Kabelnetz- und Telefonnetzbetreibern. „Der falsche Weg ist es aber, wenn dafür bei der Kontrolle des Wettbewerbs eine zunehmende Marktkonzentration beim TV-Kabel in Kauf genommen wird“, kritisierte Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen anlässlich des GdW-Multimedia-Kongresses am 17. und 18. Juni 2008 in Berlin.

Oft hätten Wohnungsunternehmen nur noch die Wahl zwischen der jeweiligen Kabelregionalgesellschaft und einem weiteren Anbieter. Weniger Wettbewerber bedeuten aber auch weniger Wettbewerb. „Diese Entwicklung kann dazu führen, dass Wohnungsunternehmen die Medienversorgung über Telefonkabel mittelfristig als eine zusätzliche Option begreifen“, erklärte Freitag. Es gehe letztlich darum, den Mietern Medienvielfalt und Wahlfreiheit zu möglichst günstigen finanziellen Bedingungen zu sichern. Gleichzeitig verwies der GdW-Präsident darauf, dass derzeit im Regelfall das Medienangebot der Kabelnetzbetreiber bevorzugt würde.

Freitag rief die Wettbewerbsbehörden dazu auf, für die Stärkung der Kabelnetzbetreiber gegenüber großen Telefonunternehmen den Wettbewerb auf den TV-Kabelmärkten nicht zu Grabe zu tragen. Speziell an die Bundesnetzagentur appellierte der GdW-Präsident, angesichts der in immer kürzeren Abständen erfolgenden Gebührenerhöhungen durch Kabelnetzbetreiber die Gebührenaufsicht noch wirksamer zu gestalten und die Rechte von Wohnungsunternehmen und Verbrauchern zu stärken.

Die Zukunft sei digital – auch in der Medienversorgung. Dass die Akzeptanz digitaler Programme im Kabel langsamer voran gehe als ursprünglich erwartet, habe vor allem zwei Gründe: Zum einen seien die Nutzer mit dem analogen Angebot überaus zufrieden. Dies sei positiv und müsse auch akzeptiert werden. Zum anderen wirke sich nachteilig aus, dass die großen privaten Sendeanstalten einer digitalen Übertragung ihrer Programme im Kabel, die auch analog empfangbar sind, ohne Erhebung einer Zusatzgebühr noch immer nicht zugestimmt hätten. „Damit haben sich die privaten Sender seit mindestens drei Jahren nicht bewegt“, so Freitag. Die Hoffnung schwinde, dass in naher Zukunft eine für Wohnungsunternehmen und Verbraucher "kundenfreundliche" Lösung gefunden werde. Die Forderung der großen privaten Sendergruppen nach einer obligatorischen Verschlüsselung ihrer Digital-Programme verstärke bei den Verbrauchern die Befürchtung, dass digitales Fernsehen mit zusätzlichen finanziellen Belastungen verbunden sei. „Statt eines Mehrwerts durch die digitale Verbreitung sehen sich die Verbraucher mit zusätzlichen Kosten für heute frei empfangbare Programme konfrontiert. Dies ist für die Akzeptanz digitaler Programme vernichtend und hemmt die Ausstattung der Haushalte mit digitalen Empfangsgeräten“, erläuterte Freitag.

Das Motto „Triple Play ist heute, die Zukunft ist das Vernetzte Wohnen“, unter dem ein wesentlicher Teil des Kongresses steht, beschreibt eine Entwicklung der Wohnungswirtschaft, die künftig noch mehr auf technologisch gestützte wohnungswirtschaftliche Serviceleistungen im Kabel setzt. Das Spektrum der bisher schon in der Wohnungswirtschaft umgesetzten Anwendungen reiche nach einer im vergangenen Jahr vorgelegten Dokumentation zum Vernetzten Wohnen von technischen Komfortfunktionen in der Wohnung und dem Einkauf über eine spezielle TV-Fernbedienung bis hin zum automatischen Notruf und einer medizinische Beratung sowie Gewährleistung von Gesundheitsleistungen rund um die Uhr über ein Servicecenter.

Der GdW-Präsident unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung der von den regionalen SOPHIA-Gesellschaften (SOPHIA steht für „SOziale Personenbetreuung – HIlfen im Alltag“), wie die SOPHIA Berlin GmbH, angebotenen Dienstleistung bisher vorwiegend für ältere Mieter über eine Bild- und Sprachkommunikation via TV-Bildschirm, Kamera und Mikrofon. In diese Kommunikation könnten über Internet z. B. auch fernab lebende Verwandte und Freunde einbezogen werden. Sehr engagiert auf dem Gebiet des Vernetzten Wohnens zeige sich das Berliner Wohnungsunternehmen degewo, das u. a. seit Februar dieses Jahres eine Energie-Spar-Musterwohnung in einem ihrer architektonisch innovativsten Bauten, der Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße in Berlin, eingerichtet hat. Anhand dieses Modells zeige die degewo, welches Energiesparpotenzial in einer normalen Mietwohnung bestehe und wie Funktionen des Vernetzten Wohnens den Alltag für jung und alt erleichtern können.

„Die Wohnung kann sich in der Zukunft sogar als dritter Gesundheitsstandort entwickeln“, prognostizierte Freitag. Angesichts der demografischen Entwicklung seien medizinische Analyse- und Diagnoseverfahren sowie verstärkte Vor- und Nachsorge im Wohnbereich geeignet, Menschen ein längeres Verbleiben in ihrer heimischen Umgebung zu ermöglichen. Dies gewährleiste gleichzeitig auch eine effizientere Verwendung der Budgets im Gesundheitssektor. Damit helfe ein solches Dienstleistungsangebot den Menschen und stärke die Finanzierbarkeit der Sozialsysteme. Es werde nicht an Gesundheitsleistungen gespart, sondern es würden neue Verfahren und Kooperationen entwickelt, die eine effektivere medizinische Versorgung ermöglichten.

In der politischen Diskussion werde für solche Anwendungen zunehmend der Begriff des Ambient Assisted Living verwendet, der mit „technisch unterstützte Assistenzsysteme“ übersetzt werden könne. „Damit sind letztlich Inhalte und Zielstellung des Vernetzten Wohnens gemeint“, so Lutz Freitag. Da nur sozial und ökonomisch sinnvolle Dienstleistungen dauerhaft bei den Kunden zu platzieren seien, werde der GdW speziell für wohnnahe Anwendungen auf Basis dieser Techniken und Verfahren ein Forschungsvorhaben fördern. Ziel sei es, Grundlagen und Voraussetzungen besonders für Gesundheitsdienstleistungen in der Wohnung zu formulieren und konkrete Projekte zu initiieren. Die Wohnungswirtschaft wolle aus technischen Innovationen sozialökonomischen Fortschritt machen.

Wie wichtig der Weg zu mehr Serviceleistungen sei, bestätige eine erste Auswertung der Ergebnisse einer im September 2008 erscheinenden GdW-Studie “Wohntrends 2020“. Danach werden sich die innovativen Angebote des Vernetzten Wohnens vor allem auch aufgrund gesundheitsbezogener Funktionen im Leistungspaket entwickeln.

Quelle und Kontaktadresse:
GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. Katharina Burkardt, Pressesprecherin Mecklenburgische Str. 57, 14197 Berlin Telefon: (030) 824030, Telefax: (030) 82403199

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