Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Anzeige

Zukunft der Lehrerbildung auf dem Prüfstand / Im Vorfeld einer Anhörung im Bayerischen Landtag fordert Präsident Wenzel mehr Praxisnähe und die Aufwertung der Fachdidaktik / BLLV startet Veranstaltungsreihe

(München) - Im Vorfeld einer am Donnerstag (29. Oktober 2009) stattfindenden Anhörung im Bayerischen Landtag zur Lehrerbildung appellierte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, an die Abgeordneten, die Impulse des BLLV-Konzepts "Lehrerbildung 2010" aufzugreifen: "Moderne Lehrerbildung braucht ein neues Gesicht. Im Wesentlichen geht es darum, Lehramtsstudierende besser als bisher auf den beruflichen Alltag vorzubereiten. "In der von der Technischen Universität München gegründeten "School of Education" sieht der BLLV einen mutigen Ansatz für ein Umdenken in der Lehrerbildung. Auch von anderen Universitäten werden zurzeit innovative Ansätze entwickelt. Es ist nach Einschätzung Wenzels eine zentrale bildungspolitische Herausforderung, diese Reformen auch politisch zu unterstützen. Zugleich machte Wenzel auf eine BLLV-Veranstaltungsreihe aufmerksam, bei der Studierende Gelegenheit erhalten sollen, mit Vertretern der Universitäten und des BLLV über die "Zukunft der Lehrerbildung" zu diskutieren. Den Auftakt bildet ein Diskussionsforum, das am 19. November an der Universität Nürnberg stattfindet.

Aus Sicht des BLLV besteht dringender Handlungsbedarf, die Lehrerbildung an den Universitäten zu verbessern. Zwar wurde das Lehramtsstudium im Rahmen des Bolognaprozesses umgestellt, die Reformen gehen aber zum Teil an den Bedürfnissen junger Lehramtsstudierender vorbei. Wenzel: "Studenten und Dozenten stehen vor enormen organisatorischen und inhaltlichen Problemen. Der Umstellungsprozess habe dazu geführt, dass derzeit an den Hochschulen zwei verschiedene Studiensysteme parallel angeboten werden: einerseits die modularisierten Studiengänge im Rahmen des Bachelor-/Masterstudiums und andererseits das Lehramtsstudium im Rahmen der Ersten Lehramtsprüfungsordnung (LPO I). Viele Studenten und Studentinnen fühlen sich regelrecht entmündigt, weil sie nur noch im Rahmen der vorgegebenen Module studieren und kaum Schwerpunkte im Rahmen des Studiums zu setzen können", erklärte er. Hinzu komme eine hohe Prüfungsdichte zu Ende des Semesters. "Sie stellt für die Studierenden und die Dozenten eine enorme Belastung dar."

Der BLLV-Präsident forderte, dass diese Probleme bei der bevorstehenden Anhörung des Bayerischen Landtags ernst genommen und gelöst werden müssen. Gleichzeitig müsse auch über die Inhalte der bestehenden Studiengänge zur Lehrerbildung diskutiert werden. Knappe 25 Prozent der Studenten an Bayerns Universitäten studierten schließlich ein Lehramt. "Sie stellen eine zentrale Säule der Universitäten dar", betonte Wenzel.

Bei der Anhörung im Landtag sollte daher auch das bereits im Januar vorgestellte BLLV-Konzept "Lehrerbildung 2010" berücksichtigt werden. Darin präsentierte der BLLV Ergebnisse einer Studie, die in Kooperation mit der Ludwig-Maximili­ans-Universität München (LMU) und dem Lehrerbildungszentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, im Sommer 2008 durchgeführt wurde. Insgesamt wurden 557 Lehramtsstudierende befragt, die vor allem den fehlenden Berufsfeldbezug und den geringen Stellenwert von Fachdidaktik, Pädagogik und Schulpsychologie an den Hochschulen kritisierten. Insbesondere wurde die unzureichende Vorbereitung auf die tatsächlichen Anforderungen des Lehrerberufs bemängelt.

Schule und Hochschule befinden sich im 21. Jahrhundert in einem beispiellosen Umwälzungsprozess. Sie sind zentraler Teil der Veränderungen in der Gesellschaft. Reformen der Lehrerbildung müssen seiner Ansicht nach folgende übergeordnete Ziele verfolgen:

1. die Berufsfeldorientierung während des Studiums deutlich zu stärken;

2. die Studiendauer der Lehrämter von Grundschule, Hauptschule, Realschule, Förderschule und Gymnasium gleich anzusetzen, da sich die Anforderungen in allen Schularten verändert haben und eine geringere Regelstudienzeit einzelner Lehramtsstudiengänge nicht mehr zu rechtfertigen ist;

3. alle Lehramtsstudiengänge mit dem Master abzuschließen;

4. das Verhältnis zwischen den Studienanteilen von Unterrichtsfach, der Fachdidaktik und Pädagogik zu verbessern.

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Pressestelle Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige