Pressemitteilung | Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv)
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Zukunftsfähige Landwirtschaft braucht die Perspektiven von Frauen

(Berlin) - Was bewegt Frauen in der Landwirtschaft und vor allem was bewegen sie? Über die Chancen und Herausforderungen einer geschlechtergerechten Landwirtschaft diskutierten landwirtschaftliche Unternehmer*innen aus ganz Deutschland auf dem BäuerinnenForum 2026.

Frauen tragen in landwirtschaftlichen Betrieben und entlang der gesamten agrarischen Wertschöpfungskette eine unverzichtbare Verantwortung: Sie produzieren Lebensmittel, sichern Familienbetriebe, entwickeln Innovationen, halten Läden am Laufen, organisieren die Vermarktung, prägen ländliche Räume und leisten einen enormen Beitrag zur Ernährungssicherung – und das weltweit. Dennoch bleibt ein Großteil dieser Arbeit unsichtbar. Viele Frauen haben weiterhin eingeschränkten Zugang zu Land und Kapital, sind seltener in Führungs- und Entscheidungspositionen vertreten, tragen hohe mentale und organisatorische Lasten und sind im Alter häufig schlechter abgesichert.

LandFrauenpräsidentin Petra Bentkämper macht deutlich: „Obwohl Frauen mehr als ein Drittel der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft stellen, werden in Deutschland nur rund 11 Prozent der Betriebe von Frauen geführt. Das zeigt mehr als deutlich: Es fehlt nicht an Kompetenz. Es fehlt nicht an Engagement. Es fehlt an Strukturen, die Frauen gerecht werden.“
Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, richtet sich in einem Grußwort an die Gäste: „Die Teilhabe von Frauen von Frauen zu stärken, schafft in meinen Augen nicht nur mehr Gerechtigkeit, sondern ist auch Grundlage für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Es ist ein Auftrag für uns alle.“ Abschließend formuliert der Minister: „LandFrauen sind ein wichtiger Motor für Veränderung.“
Freya von Czettritz, CEO der DLG Holding GmbH, sprach aus der Perspektive agrarischer Unternehmen und benannte drei zentrale Punkte für zukunftsfähige Betriebe: Der demografische Wandel mache es notwendig, über 55-jährige Beschäftigte im Unternehmen zu halten, Deutschland müsse als attraktiver Standort für Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte gestaltet werden und Frauen müssten weiterhin gezielt gestärkt werden. Entscheidend sei, dass Frauen an den Tischen sitzen, an denen Entscheidungen getroffen werden. Denn Investitionen würden anders ausfallen, wenn Frauen mitentscheiden.
Aus Südtirol berichtete Antonia Egger, Landesbäuerin, dass sich Frauen auf den dort deutlich kleineren Betrieben nicht vor zusätzlichen Aufgaben und Belastungen scheuen. Die Betriebe seien aber, trotz der geringeren Größe, sehr vielschichtig. Besonders dringlich sei die soziale Absicherung von Frauen – sie müsse ein zentraler Schwerpunkt des UN-Jahres sein. Zudem gehe es darum, den Ideenreichtum der Bäuerinnen sichtbar zu machen, denn dieser trage maßgeblich zum Erhalt vieler Betriebe bei.

In der Podiumsdiskussion wurde deutlich, wie vielfältig die Rollen von Frauen auf deutschen Höfen sind: von der Betriebsleitung über Innovationstreiberinnen bis hin zur Pflege von Angehörigen und umfangreichem ehrenamtlichem Engagement. Frauen müssten eine starke Stimme bekommen und diese müsse national wie international hörbar sein. Veraltete Rollenbilder zu hinterfragen und die Familienverantwortung auch auf Seiten der männlichen Partner einzufordern, seien zentrale Hebel für mehr Gleichberechtigung. Ebenso wurde betont, wie wichtig physische und psychische Gesundheit sowie Selbstfürsorge sind – nicht nur für die Frauen selbst, sondern für die Stabilität der gesamten Betriebe.

Christine Reitelshöfer, Zweite Vizepräsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, appellierte abschließend: „Frauen in der Landwirtschaft sind vielfältig unterwegs. Sie übernehmen familiäre, gesellschaftliche und politische Verantwortung. Sie sind starke Vorbilder und wir müssen das nutzen, diese Frauen im Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft noch stärker nach vorn zu stellen.“

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv), Anja Götz, Referent(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin, Telefon: 030 284492910

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