Verbändereport AUSGABE 2 / 2026

Die nächste Generation organisiert sich ohne uns – oder doch nicht?

Menschen suchen weiterhin Orientierung, Austausch und Zugehörigkeit. Verändert haben sich die Wege dorthin.

Verbände schaffen seit Jahrzehnten Räume für fachlichen Austausch, Vernetzung und Interessenvertretung. Gleichzeitig entstehen Communities, Lernräume und neue Formen der Zusammenarbeit heute nicht mehr ausschließlich innerhalb klassischer Organisationsstrukturen.

Autorin: Silke Weerts

In Gesprächen mit Verbänden taucht derzeit immer wieder dieselbe Frage auf: Wie erreichen wir junge Zielgruppen? Hinter dieser Frage steckt häufig die Sorge, dass sich Menschen von klassischen Organisationen entfernen, sich weniger engagieren oder keine langfristigen Bindungen mehr eingehen wollen.Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch ein anderes Bild. Noch nie war es so einfach, sich zu vernetzen, Wissen auszutauschen oder Teil einer Gemeinschaft zu werden. Menschen organisieren sich in digitalen Communities, auf Lernplattformen, in Netzwerken und Interessengruppen. Sie lernen voneinander, tauschen Erfahrungen aus und schließen sich rund um gemeinsame Interessen zusammen.Das eigentliche Paradox lautet also nicht, dass Menschen sich weniger engagieren. Es lautet vielmehr, dass sie sich weiterhin organisieren – nur häufig außerhalb der Strukturen, die wir über Jahrzehnte aufgebaut haben.Vielleicht stellen wir deshalb die falsche Frage. Es geht nicht darum, wie Verbände eine neue Generation erreichen.

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Silke Weerts
Autor/in

Silke Weerts

begleitet als Director Association Solutions bei MCI…

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