Laut aktueller VdK-Umfrage wollen 75 Prozent den abschlagsfreien Rentenzugang ab 65 nach 45 Beitragsjahren erhalten. Für die Beibehaltung der abschlagsfreien Rente wegen Schwerbehinderung ab 65 liegt die Zustimmung sogar bei 78 Prozent. Die Diskussion um eine mögliche Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte gewinnt an Fahrt. Ausgelöst wurde sie zuletzt durch Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, wonach der Staat durch eine Streichung der sogenannten „Rente mit 63“ beziehungsweise des Rentenzugangs nach 45 Beitragsjahren erhebliche Einsparungen erzielen könnte. Auch eine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters wird in Politik und Fachgremien zunehmend diskutiert.
Die Zustimmung zu diesen beiden Formen des vorgezogenen Renteneintritts ist laut den Umfrageergebnissen über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg nahezu gleich hoch – unabhängig von Partei, Geschlecht, Bildung oder Region. Auch unter den jüngeren Befragten spricht sich noch mehr als jede zweite Person dafür aus, diese Rentenwege beizubehalten. VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisiert die Debatte um pauschale Rentenkürzungen und höhere Altersgrenzen. Wer schon sehr früh ins Erwerbsleben gestartet ist und über viele Jahre gearbeitet, Kinder großgezogen oder Angehörige gepflegt hat, soll nach Ansicht des VdK ohne Abschläge in Rente gehen können. Besonders kritisch sieht der VdK die Situation älterer Beschäftigter, die kurz vor dem Renteneintritt arbeitslos werden. Für sie ist der vorgezogene Renteneintritt oft die einzige realistische Möglichkeit.
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