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Pressemitteilung

Kritik an Gratis-Corona-Tests für Reiserückkehrer

(Berlin) - Die für diesen Samstag angekündigte Testpflicht für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten sieht der SpiFa kritisch und warnt dagegen vor Aktionismus und Hysterie.

Die vom BMG für Samstag angekündigte Testpflicht für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten sieht vor, dass Personen, die aus einem Risikogebiet nach Deutschland ein- oder zurückreisen, zum kostenfreien Coronavirus-Test verpflichtet sind. Die Betroffenen haben den Test dann innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise oder innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise durchführen zu lassen. Schon seit dem 1. August 2020 können sich Reiserückkehrer aus dem Ausland binnen 72 Stunden kostenfrei auf das Coronavirus SARS-CoV-2 freiwillig testen lassen. Beim SpiFa stößt das Testen asymptomatischer Personen auf Kritik, da gegen die medizinische Grundregel verstoßen wird, diagnostische Verfahren nicht ohne entsprechenden Anlass einzusetzen. Zudem bieten solche Tests lediglich eine Scheinsicherheit und sind aus medizinischer Sicht wenig sinnvoll.

"Zulasten der Krankenkassen wird hier versucht, mit vermeintlich freien und unbegrenzt verfügbaren labordiagnostischen Leistungen ein fragiles Gerüst von Sicherheit aufzubauen, das in Wahrheit keines ist", so RA Lars F. Lindemann, Hauptgeschäftsführer des SpiFa e.V. in Berlin. "Es ist zu befürchten, dass die Ausweitung der Testungen zur Überlastung der Labore führen wird und andere Laborleistungen verzögert erbracht werden. Sinnvoller wäre es, symptombezogen zu testen und Testungen für vulnerable Personengruppen deutlicher in den Blick zu nehmen", so Lindemann weiter.

In diesem Zusammenhang muss hier auch das Agieren der Bundesvorsitzenden des Marburger Bundes, Frau Susanne Johna, kritisiert werden, die in ihrer Rolle als Gewerkschaftsvorsitzende durch das Herbeireden einer zweiten Corona-Welle in Deutschland eine zweifelhafte Hysterie schürt.

Der SpiFa hält es für zumutbar, dass rückkehrende Urlauber, die sich ihren Aufenthalt im Ausland ja freiwillig gewählt haben, auch für die Kosten der Testung aufkommen müssen. Der Griff in den Gesundheitsfond ist Betrug an den Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen. Sie sind diejenigen, die die Folgen in Form von Leistungskürzungen zuerst spüren werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa)
Pressestelle
Robert-Koch-Platz 9, 10115 Berlin
Telefon: (030) 40009631, Fax: (030) 40009632
E-Mail: presse@spifa.de
Internet: www.spifa.de
(dvf, tr)