Pressemitteilung | (HESSENMETALL) Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e.V.
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2. Tarifverhandlung: M+E Mitte legt Lösungsvorschlag für Tarifrunde 2007 vor / 3 Prozent mehr Einkommen und situationsabhängige Bausteine/ Kulenkamp: „Dieses Lösungspaket kann die Erfolgsgeschichte 2006 für alle Unternehmen und Beschäftigten fortschreiben“

(Mainz/Frankfurt am Main) - Die Arbeitgeber der Metall- und Elektro-Industrie in M+E Mitte haben einen Lösungsvorschlag für die Tarifrunde 2007 vorgelegt. Danach sollen die Einkommen der Beschäftigten dieses Industriezweigs um drei Prozent erhöht werden. Der Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Aus dem Gesamtvolumen von drei Prozent sollen 2,5 Prozent als nachhaltig wirkende Komponente in die Entgelttabellen eingehen und ein Konjunkturbonus von 0,5 Prozent für die Laufzeit des Tarifvertrages gezahlt werden. Überdies streben die Metallarbeitgeber den Einstieg in eine dauerhafte Differenzierung der Jahressonderzahlung an. Dies erklärte die Tarifgemeinschaft M+E Mitte bei der 2. Tarifverhandlung am Freitag (30. März 2007) in Mainz für die 410.000 Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie von Hessen, Pfalz, Rheinland-Rheinhessen und Saarland.

Der Verhandlungsführer von M+E Mitte, Dr. Eduard Kulenkamp, sagte: „Mit diesem Lösungsvorschlag haben die Arbeitgeber ein in dieser Höhe außergewöhnlich attraktives Paket geschnürt, das die Tarifrunde 2007 zügig mit einem für beide Seiten tragfähigen Kompromiss lösen kann. Dieses Lösungspaket kann die Erfolgsgeschichte der M+E-Industrie 2006 fortschreiben und zugleich alle Unternehmen und deren Beschäftigte mitnehmen.“ Es erlaube, die mühsam erarbeitete Position im internationalen Wettbewerb zu erhalten und eröffne die Chance zu weiterem Beschäftigungsaufbau. Es enthalte – wie in den Vorjahren - einen Reallohn-Zuwachs für die Mitarbeiter. Und es beteilige die Mitarbeiter über den Konjunkturbonus fair an der konjunkturellen Situation 2007, die vom Durchschnitt der M+E-Betriebe als ordentlich, aber unter Vorjahresniveau erwartet wird. „Wir sind an die Grenze der Belastbarkeit insbesondere der mittelständischen Unternehmen gegangen, um eine schnelle Lösung der Tarifrunde zu erreichen. Aber wir müssen alle Unternehmen und deren Beschäftigte mitnehmen: sowohl die 30 Prozent, die rote Zahlen oder eine schwarze Null schreiben, als auch die 26 Prozent mit einer Umsatzrendite von über 3,5 Prozent“, erklärte Kulenkamp.

Der Verhandlungsführer betonte, die attraktive Höhe des Gesamtpaketes von drei Prozent sei nur im Lösungspaket mit den flexiblen Bausteinen zu rechtfertigen. „Denn wir dürfen die wirtschaftliche Zukunft unserer Unternehmen nicht mit zu hohen Ewigkeitskosten belasten“, so Kulenkamp. Der hohe internationale Wettbewerbs- und Kostendruck bewirke ständig, dass die erzielten Produktivitätsgewinne häufig direkt an die Kunden weitergegeben werden müssten.

Die dauerhaft wirkenden 2,5 Prozent erhöhten bei einer voraussichtlichen Teuerungsrate von 1,8 Prozent die reale Kaufkraft der Beschäftigten. Die deutlichen Reallohnsteigerungen der letzten Jahre würden durch diesen Lösungsvorschlag fortgesetzt. Mit dem zusätzlichen Konjunktur-Bonus von 0,5 Prozent würde Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber geschaffen: Die Mitarbeiter profitierten von der günstigen wirtschaftlichen Lage, ohne dass dadurch Betrieben Kosten aufgebürdet würden, die auf Dauer Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplatzsicherheit gefährdeten.

Die angestrebte dauerhafte Differenzierung eines Teils der Jahressonderzahlung ist nach Kulenkamp Ausdruck des Wunsches der großen Mehrheit der M+E-Unternehmen, den Flächentarifvertrag durch einzelne Elemente betriebsnäher zu gestalten. Eine über einen Zeitraum von fünf Jahren mögliche Variabilisierung der Jahressonderzahlung bilde das Auf und Ab der betrieblichen Entwicklung seriös ab und verteile somit Chancen und Risiken gerecht zwischen Unternehmen und Beschäftigten. „Ein Differenzierungs-Bestandteil im Abschluss 2007 würde den Flächentarif zukunftsfester und betriebsnäher gestalten“, betonte Kulenkamp.

Mit Blick auf die für 2007 erfreulichen Wachstumsaussichten sagte Kulenkamp, die Tarifparteien hätten die einmalige Chance, „mit einem den Aufschwung stützenden, die realen Einkommen der Mitarbeiter erhöhenden und zugleich den Beschäftigungsaufbau in der M+E-Industrie fördernden Abschluss, die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte des Jahres 2006 fortzuschreiben“. Der Tarifabschluss 2007 sei hierfür entscheidend. Die Metallarbeitgeber hielten bei einer Umsetzung ihres Lösungsvorschlags für 2007 einen Beschäftigungs-Zuwachs von 50.000 Arbeitsplätzen in der deutschen M+E-Industrie für erreichbar. „Wenn es uns gemeinsam gelingt, die M+E-Industrie in Deutschland wieder zum Job-Motor zu machen, dann hätten wir ein ehrgeiziges Ziel erreicht“, so der Verhandlungsführer.

Die 3. Tarifverhandlung findet am 18. April statt.

Quelle und Kontaktadresse:
HESSEN METALL Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e.V. Dr. Ulrich Kirsch, Leitung, Presse/Kommunikation Emil-von-Behring-Str. 4, 60439 Frankfurt am Main Telefon: (069) 95808-0, Telefax: (069) 95808-126

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