Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
Anzeige

50 Jahre Europäische Verträge / VDMA: Maschinenbau - eine starke Branche in der EU / Baden-Württemberg ist stärkste Maschinenbauregion in Europa

(Frankfurt am Main) - Der Maschinenbau zählt in der Europäischen Union zu den größten Industriezweigen und ist – neben der Ernährungs-Industrie - der bedeutendste industrielle Arbeitgeber. Gut ein Zehntel trägt er zur Wertschöpfung der gesamten EU-Industrie bei. “Am Standort EU sind im Maschinenbau rund 24.500 Unternehmen tätig, die insgesamt 2,6 Millionen Arbeitnehmer beschäftigen und im Jahr 2005 Maschinen und Anlagen im Wert von 420 Milliarden Euro produzierten”, erklärte Dr. Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des VDMA, anlässlich der 50-Jahr-Feiern der Römischen Verträge. “Der EU-Maschinenbau ist mit diesen Kennzahlen in zweierlei Hinsicht herausragend: Innerhalb des Weltmaschinenbaus ist die Europäische Union das führende Fertigungszentrum und innerhalb der EU ist die Branche einer der bedeutendsten Industriezweige.”

Baden-Württemberg ist stärkste Maschinenbauregion in Europa

Als ausgesprochen stärkste Maschinenbau-Region in der EU erweist sich Baden-Württemberg. “Hier arbeiten 25 von Tausend Einwohnern im Maschinenbau”, erklärte Hesse. Auch für Emilia-Romagna in Norditalien errechnet sich ein solch hoher Wert. Dahinter folgen in Schweden die Regionen Smaland med Öarna und Östra Mellansverige, Stredni Morava, Jihovýchod, Severovýchod und Jihozápad in Tschechien und Nord Est, Nord Ovest und Lomardei in Oberitalien sowie Bayern.

Das höchste Konzentrationsmaß in der EU auf Länderebene weist die Tschechische Republik aus. Hier arbeiten 15 von Tausend Einwohnern im Maschinenbau. Es folgen Schweden (13,2), Slowenien (12,4). Dänemark (11,6), Deutschland (11,5), Finnland (11,2) sowie Italien und Österreich (jeweils 9,8). Mit diesen Raten liegen die Länder weit über dem Durchschnitt der EU25, der bei 7,2 steht. Bereits vor dem EU-Beitritt Tschechiens haben vor allem deutsche, aber auch österreichische Unternehmen arbeitsintensive Produktionsbereiche in das östliche Nachbarland verlagert. Dadurch sind im tschechischen Maschinenbau verglichen mit dem Produktionsausstoß immer noch überdurchschnittlich viele Menschen beschäftigt.

Vergleicht man die Ergebnisse mit den Daten früherer Jahre fällt auf, dass vor allem in Schweden und Slowenien die Bedeutung des Maschinenbaus zugenommen hat. In Schweden ist die Kennzahl von 11,7 (2000) auf jetzt 13,2 gestiegen. Dort wuchs infolge des kräftigen Umsatzzuwachses auch die Zahl der Maschinenbaubeschäftigten.

In Slowenien stieg die Kennzahl von 7,5 (2000) auf 12,4. Dies liegt im wesentlichen an den Haushaltsgeräte-Herstellern wie z. B. Gorenje, das zu den acht größten Haushaltsgeräteherstellern in Europa zählt.

In Dänemark hat die Kennzahl deutlich abgenommen: von 13,2 (2000) auf jetzt 11.6. In Deutschland hingegen nur leicht abgenommen, von 11,9 (2000) auf jetzt 11,5. In beiden Fällen dürfte neben der Verlagerung von Produktion ins Ausland, der Nachfrageflaute in den Jahren 2002 und 2003 auch der Beschäftigungsabbau zur Erhöhung der Arbeitsproduktivität am jeweiligen Standort eine Rolle spielen. Deutlich abgenommen hat die Bedeutung des Maschinenbaus im Ursprungsland der industriellen Revolution, im Vereinigten Königreich, von 8,6 (2000) auf jetzt 5,0. Technologisch hat der britische Maschinenbau bereits seit mehr als einem Jahrzehnt den Anschluss verloren und international Bedeutung eingebüßt.

EU im Weltmaschinenhandel die Nummer Eins

Rund zwei Drittel der Maschinenproduktion verbleibt innerhalb der EU-Länder. Ein Drittel der EU-Maschinenproduktion wird in Länder außerhalb der Gemeinschaft verkauft. Mit diesem Liefervolumen, das 2005 rund 146 Milliarden Euro betrug, hat die EU im Weltmaschinen-handel eine eindeutige Dominanz, vor den USA (70 Mrd. EUR) und Japan (69 Mrd. EUR). “Aufgrund der Investitionslethargie bis Ende 2005 in den Ländern der EU war das florierende Exportgeschäft außerhalb der Europäischen Union für den Maschinenbau von besonderer Bedeutung”, betonte Hesse.

Deutschland führender Maschinenbau-Standort in Europa

Deutschland ist mit einem Produktionsanteil von 39 Prozent der führende Standort im EU-Maschinenbau, gefolgt von Italien (16 Prozent), Frankreich (11 Prozent) und Großbritannien (9 Prozent). Alle vier großen EU-Mitgliedsstaaten zusammengenommen erbringen fast vier Fünftel der EU-Produktion. Das Ranking, das für die Branche insgesamt gilt, finden wir in fast allen Sektoren wieder, nach denen wir den Maschinenbau EU-weit differenziert betrachten können.

Fördertechnik mit großem Abstand Nummer eins

Die Fördertechnik hat sich Anfang der neunziger Jahre zur größten Maschinensparte in der EU entwickelt. “Da verstärkte Rationalisierungs- und Flexibilisierungsbemühungen in den meisten Industriebranchen seit über einem Jahrzehnt an oberster Stelle der Agenda stehen, konnten sich die Hersteller von Fördertechnik den sonst für den Maschinenbau typischen zyklischen Nachfrageschwankungen fast vollständig entziehen”, erklärte der VDMA Hauptgeschäftsführer. Das EU-Produktionsvolumen erreichte 2005 in diesem Sektor 50 Milliarden Euro. Erst mit großem Abstand folgen auf den nächsten Plätzen die Bereiche Gewerbliche kälte- und klimatechnische Geräte (37,3 Mrd. Euro) sowie Werkzeug- und Holzbearbeitungsmaschinen (36,8 Mrd. Euro). Letztgenannte Gruppe war bis 1990 das wichtigste Standbein des EU-Maschinenbaus.

Maschinenbauer erwarten für 2007 weiteres Wachstum

“Durch ihre Innovationsführerschaft haben die Unternehmen des EU-Maschinenbaus in den zurückliegenden drei Wachstumsjahren voll und ganz an der weltweiten Investitionsgüternachfrage partizipiert”, sagte Hesse. “Auch 2007 dürften sie an die guten Vorjahresergebnisse anknüpfen:” Der preisbereinigte Umsatzanstieg in der EU wird für 2007 auf rund vier Prozent prognostiziert. Auch für den Maschinenbau am Standort Deutschland rechnet der VDMA mit vier Prozent realem Umsatzplus. Etwas kräftiger dürfte der Maschinenbau-Umsatz in den kleineren Mitgliedsländern sowie Spanien zulegen.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) Marlies Schäfer, Pressesprecherin Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66030, Telefax: (069) 66031511

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige