Pressemitteilung | Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
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6. VDA-QMC-Qualitätsgipfel – Zulieferer spüren Finanzkrise – Banken gefordert / Wissmann: Deutsche Automobilindustrie bei Qualität weltweit führend

(Frankfurt am Main/Schweinfurt) - „Die Qualität der Produkte hat bei unseren Herstellern und Zulieferern einen so hohen Stellenwert, dass sie Chefsache ist. Unsere Unternehmen haben bei der Qualität ihrer Produkte längst wieder die Pole Position eingenommen und sind weltweit führend. Die gemeinsamen Anstrengungen der letzten Jahre haben sich ausgezahlt. Das zeigen alle relevanten Rankings, vom AutoMarxX über die ADAC-Pannenstatistik bis hin zum TÜV-Report“, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich des 6. Qualitätsgipfels des VDA-QMC (Qualitäts Management Center) in Schweinfurt. Die Schlüsselbranche werde ihre Qualitätsanstrengungen weiter vorantreiben: „Nur wer stets einen Schritt vor seinen Wettbewerbern ist und stetig Verbesserung im gesamten Produktentstehungsprozess - vom Design bis zur Produktion - anstrebt, hat die Chance, die Spitzenstellung auch künftig zu halten“, unterstrich Wissmann. Das QMC im VDA sei „Dreh- und Angelpunkt des gemeinsamen Bestrebens von Herstellern und Zulieferern, die Qualität unserer Produkte stetig weiter zu verbessern“.

Nachdem auf den vergangenen Qualitätsgipfeln der Aufbau eines Qualitätssystems über die gesamte Lieferkette im Mittelpunkt der Diskussion stand, gelte es nun, dieses System „nachhaltig“ in der Wertschöpfungskette zu etablieren. Wissmann: „Jetzt müssen die neuen Prozesse mit Herzblut und Zielstrebigkeit umgesetzt werden.“

Der VDA-Präsident wies auch auf die großen Herausforderungen hin, denen sich die Branche aufgrund der Finanzkrise zu stellen habe. Er begrüßte das Maßnahmenpaket der Bundesregierung, mit dem die Realwirtschaft vor den Folgen dieser internationalen Finanzkrise geschützt werden soll. Ein besonders wichtiger Schritt sei dabei die befristete Aussetzung der Kfz-Steuer für Neuwagen. Diese „Sofortmaßnahme“ sei das „richtige Signal zum richtigen Zeitpunkt“ und sollte möglichst rasch mit der Einführung der CO2-basierten Kfz-Steuer verzahnt werden. „Die Kunden brauchen eine planbare Perspektive beim Autokauf“, betonte Wissmann.

Die Absicherung der Mittelstandsfinanzierung, die Investitionsimpulse für den Mittelstand sowie die Finanzierung dringend notwendiger Verkehrsinvestitionen seien ein „guter Rahmen“ für eine Stabilisierung der Konjunktur und zur Sicherung von Beschäftigung am Standort Deutschland. In Verbindung mit grundlegenden Weichenstellungen – wie etwa der CO2-orientierten Kfz-Steuerreform – könnten diese Impulse auch zu einer dauerhaften Belebung der konjunkturellen Situation beitragen.

Mit den zusätzlichen Finanzierungsinstrumenten für die mittelständischen Zulieferunternehmen sei es allerdings noch nicht getan. „Jetzt müssen auch die Banken ihrer Verantwortung nachkommen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen dürfen nicht darunter leiden, dass von den Banken aus übertriebener Vorsicht bei der Kreditvergabe unverhältnismäßig hohe Hürden aufgebaut werden“, sagte Wissmann. Es müsse alles getan werden, damit die Wertschöpfungskette auch weiterhin halte.

Auch aus klimapolitischen Gründen sei eine rasche Erneuerung des Pkw-Bestands durch CO2-freundliche Neuwagen notwendig. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf deutschen Straßen liege mittlerweile bei 8,5 Jahren. „Jedes Jahr, um das wir den Fahrzeugbestand in Deutschland verjüngen, spart 800 Millionen Liter Kraftstoff. Das entspricht zwei Millionen Tonnen CO2 jährlich“, betonte Wissmann.

Ein wesentlicher Beitrag zur CO2-Minderung werde durch Firmenwagen erzielt. „Mit ihrem geringen Durchschnittsalter tragen sie erheblich zum Klimaschutz bei“, sagte Wissmann. Eine Verschärfung der Firmenwagenbesteuerung würde deshalb nicht nur der Wirtschaft, sondern auch dem Klima erheblichen Schaden zufügen. Dies gelte insbesondere für die bisher geplante Halbierung des Vorsteuerabzugs für betrieblich und privat genutzte Betriebs-Pkw. Der VDA-Präsident unterstrich: „Gegen diese Maßnahme bestehen schwerwiegende Bedenken. Damit würde gegen Grundprinzipien unseres Steuerrechts verstoßen und die Steuerlast erhöht. Der VDA begrüßt daher die jüngste Einigung zwischen Union und SPD, auf diese Verschärfung der Firmenwagenbesteuerung zu verzichten. Dies hatte auch der Bundesrat verlangt. Wir erwarten nun, dass der Bundestag diesen sinnvollen Entscheidungen folgt und die Einschränkung des Vorsteuerabzugs aus dem Jahressteuergesetz 2009 streicht.“

Zur geplanten CO2-Regulierung durch die EU-Kommission betonte Wissmann: „Wir werden nicht dulden, dass unter dem Deckmantel des Klimaschutzes versteckte Industriepolitik gegen deutsche Hersteller betrieben wird. Das würde Europa als Wirtschaftsstandort schaden und dem Klima nicht nützen.“ Die deutsche Automobilindustrie sei für klare Grenzwerte. „Aber wir wollen den Weg, wie wir diesen Grenzwert erreichen, selbst bestimmen“, unterstrich der VDA-Präsident. Er forderte die Anerkennung von Eco-Innovationen, um alle Möglichkeiten zum Klimaschutz zu nutzen. Notwendig sei zudem ein nachvollziehbares Sanktionssystem. „Es ist nicht vermittelbar, warum Strafzahlungen für die Automobilindustrie um das 25-fache höher sein sollen als z. B. bei der Stahl- oder Chemieindustrie.“ Er sprach sich außerdem für eine Einführungsphase (phase-in) bis zum Jahr 2015 aus, da die technisch-wirtschaftlichen Vorgaben der Produktzyklen berücksichtigt werden müssten. „Wir benötigen nun eine schnelle und sinnvolle Entscheidung in Brüssel, um die notwendige Planungssicherheit zu haben, unsere Effizienzstrategie voran zu treiben und einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz und der Ressourcenschonung zu leisten“, betonte Wissmann.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) Eckehart Rotter, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261

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