Pressemitteilung | Deutscher AnwaltVerein e.V. (DAV)
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60. Deutscher Anwaltstag in Braunschweig (21. bis 23. Mai 2009) / Gemeinsame Verantwortung für das Recht: Medien und Anwaltschaft / DAV verleiht Pressepreis

(Berlin/Braunschweig) - Auf dem 60. Deutschen Anwaltstag in Braunschweig verleiht der Deutsche Anwaltverein (DAV) am 21. Mai 2009 seine alle zwei Jahre zu vergebenden Pressepreise. Prämiert werden gelungene Veröffentlichungen, mit denen Vorschläge zur Verbesserung der Rechtsgewährung und zur Durchsetzung des Rechts zur Diskussion gestellt und kritisch überprüft werden, in denen Missstände in der Justiz aufgedeckt werden oder die Anregungen und Denkanstöße zu rechtlichen Fragen vermitteln. Gemeinsame Aufgabe der Medien und Anwaltschaft ist es somit, dem Bürger seine Rechte und Pflichten, den dahinter stehenden Sinn und die damit verbundenen Chancen verständlich zu machen.

"Die Anwälte sind zwar oftmals die Anlaufstelle des Bürgers, aber nur die Medien können in der Breite die nötige Aufklärung betreiben, das Problembewusstsein des Bürgers schärfen und die Zuversicht vermitteln, dass unser Rechtsstaat wirkliche Hilfen anbietet", so Rechtsanwalt Felix Busse, Vorsitzender des DAV-Pressepreisausschusses, zur Begründung. Erfolgreich könne dies nur sein, wenn Redaktionen und Verleger dieser Aufgabe der Medien wesentlich mehr Raum geben als bisher. Erfolgreich könne dies aber selbst dann nur sein, wenn das Recht Vertrauen erweckt und bewahrt und wenn der Bürger sich in seiner Menschenwürde nicht nur von seinen Mitbürgern, sondern in allererster Linie von den staatlichen Instanzen geachtet sieht. "Dazu gehört, dass dem Bürger seine Privatheit bei sich selbst, in seiner Familie, in seiner Wohnung und schließlich auch in seiner privaten und intimen Kommunikation erhalten bleibt", erläutert Busse weiter. Im Jahr des 60. Geburtstages des Grundgesetzes müsse beklagt werden, dass hier vieles im Argen liege.

Pressepreisträger des DAV für den Bereich Printmedien ist Dr. Wolfgang Janisch, dpa.

Ausgezeichnet wird die Gesamtleistung Janischs, mit der es ihm kontinuierlich gelungen ist, auf oft knappstem Raum ganz verschiedene Problembereiche aus Gesetzgebung und Rechtsprechung in Berichten und Hintergrundanalysen als dpa-Korrespondent und Autor von Artikeln, z. B. im "Handelsblatt", "Parlament" oder der "Welt am Sonntag", mit größter Präzision aufzuarbeiten. Seine Beiträge umfassen immer auch wertvolle Hinweise auf das Grundsätzliche, durch das der Leser erkennt, warum ihn oder sein Umfeld die Sache angeht oder angehen könnte.

Der Pressepreis des DAV im Bereich Hörfunk geht an Wolfram Schrag, Bayerischer Rundfunk.

Ausgezeichnet wird sein bei Bayern2 am 24. September 2008 gesendeter Beitrag "Das Gleichbehandlungsgesetz - eine Bilanz nach zwei Jahren". Der Beitrag ist ein gutes Beispiel für die im Statut des Pressepreises genannte Aufgabe, "das Verständnis unseres Rechtssystems weiten Kreisen der Bevölkerung nahe zu bringen". Schrag macht die Größe des Problems der Gleichbehandlung und die sich teils unversöhnlich gegenüber stehenden Positionen anhand von Beispielen lebendig und damit das Gesetz selbst. Er belegt: Das Gesetz ist über die Hilfe im Einzelfall hinaus eine nötige "Nachhilfe in Sachen ethisches Verhalten", die zwar Geld kosten mag, im Erfolgsfalle aber einen großen gesellschaftlichen "Mehrwert" schenkt.

Pressepreisträger des DAV für den Bereich Fernsehen ist Dr. Frank Bräutigam, SWR Fernsehen.

Ausgezeichnet wird eine Serie von vier Beiträgen, die zwischen Oktober 2007 und März 2008 in der ARD, zweimal in den Tagesthemen, einmal in der Tagesschau und einmal im ARD-Mittagsmagazin, ausgestrahlt worden sind. Sie betreffen in kontinuierlicher und präziser Berichterstattung die Verhandlungen und Entscheidungen zur "Onlinedurchsuchung", zur Kennzeichenerfassung und zur Vorratsdatenspeicherung. Auszeichnungswürdig ist es, wie es ihm gelungen ist, in der vom Sendeformat erzwungenen Kürze von jeweils nur ein bis drei Minuten den wesentlichen Inhalt der beanstandeten Bestimmungen und die tragenden Gründe des Gerichts, auch in ihrer Tragweite für den einzelnen Menschen, für den Bürger leicht verständlich und argumentativ ausgewogen herüberzubringen.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher AnwaltVerein e.V. (DAV) Swen Walentowski, Pressesprecher Littenstr. 11, 10179 Berlin Telefon: (030) 7261520, Telefax: (030) 726152190

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