8. Mittelstandstag des VDA / Wer das Unternehmen verlässt, darf den Bestand nicht gefährden / Wissmann fordert akzeptable Lösung bei Erbschaftssteuerreform
(Frankfurt/Gravenbruch) - Mit Nachdruck hat VDA-Präsident Matthias Wissmann eine akzeptable Lösung bei der Erbschaftssteuerreform gefordert. Auf dem 8. Mittelstandstag des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in Gravenbruch betonte Wissmann vor 160 Unternehmern und Vertretern der Politik, darunter Hartmut Schauerte, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Mittelstandsbeauftragter der Bundesre¬gierung: In den eigentümergeführten Traditions-unternehmen besteht die vertragliche Grundregel: Wer das Unternehmen verlässt, darf den Bestand nicht gefährden. Damit stellen die Familienunternehmen das Wohl des Unternehmens über das der einzelnen Familienmitglieder. So genannte Abfindungsklauseln sehen nur geringe Erlöse für den ausscheidenden Gesellschafter vor. Dieses Grundprinzip macht Sinn und sichert den Fortbestand des Unternehmens. Durch eine Orientierung am angeblichen Marktwert knüpft der Gesetzgeber jetzt allerdings die Besteuerung an eine fiktive Größe. Der Erbe müsste auf das Vielfache des Wertes, den er erhält, Erbschaftsteuer zahlen. Dies würde letztendlich den Bestand des deutschen Mittelstands in Frage stellen.
Der VDA-Präsident betonte: Wir hoffen sehr, dass die Arbeitsgruppe, die die Bundesregierung vor wenigen Tagen eingesetzt hat, einen Vorschlag entwickelt, der dem Interesse des Erhalts von Arbeitsplätzen in Familienunternehmen dient. Gerade diese Unternehmen sind doch dem Heimatstandort besonders verbunden und sichern Arbeitsplätze in Deutschland. Mehr als 80 Prozent der 600 VDA-Mitgliedsunternehmen zählen zum Mittelstand. Es handelt sich dabei vor allem um Zulieferbetriebe, die gerade bei der CO2-Minderung wichtige Innovationsträger sind.
Zudem, so Wissmann, sei die 15-jährige Bindungsfrist bei einem Generationenwechsel zu lang und diene nicht dem Ziel der Zukunftssicherung des Unternehmens. Wissmann: Wir brauchen ein Modell, das über zehn Jahre keinesfalls hinausgeht, verbunden mit realistischen Bewertungsregeln und einem Abschmelzen der Besteuerung im Verlauf.
Wissmann äußerte vor den Unternehmern auch Kritik an der geplanten Besteuerung von Funktionsverlagerungen ins Ausland, der so genannten Wegzugsbesteuerung. Wer hier die Steuerschraube ansetzt, erschwert notwendige Umstrukturierungen, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen verbessern. Und somit sind sie letztendlich - entgegen den politischen Absichten doch gegen den Standort Deutschland gerichtet.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA)
Eckehart Rotter, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Westendstr. 61, 60325 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 975070, Telefax: (069) 97507261
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