Ärzteproteste ernst nehmen
(Berlin) - Die Ärzteproteste nehmen wir durchaus ernst, weil sie Interessen der Versicherten und Patienten berühren. Sie sind ein Ausdruck für falsche Weichenstellungen in den letzten Jahren. , Das erklärte der Bundesgeschäftsführer der Volkssolidarität Dr. Bernd Niederland am Dienstag (17. Januar 2006) in Berlin zu den landesweiten Protestaktionen von Ärzten. Ärzte seien immer mehr in die Position von Unternehmern gedrängt worden, gesetzlich Versicherte immer mehr in die von zahlungspflichtigen Käufern von Gesundheitsleistungen. Diese Entwicklung gehöre auf den Prüfstand.
Wir haben Verständnis dafür, dass Ärzte in Krankenhäusern, aber auch in der Niederlassung, über Arbeitsüberlastung und bürokratischen Aufwand klagen, betonte Niederland. So hätten z. B. Ärzte in den neuen Ländern 30 Prozent mehr an Leistungen zu erbringen, um das gleiche Einkommen zu erzielen wie ihre Kollegen in den alten Ländern. Besonders schwierig sei die Situation in Regionen, in denen schon heute die ärztliche Versorgung gefährdet ist, insbesondere im ländlichen Raum. Dem stünden in großen Städten Erscheinungen der Überversorgung gegenüber.
Eine Aufstockung ärztlicher Honorare um 7 Milliarden Euro, wie sie der Präsident der Bundesärztekammer fordere, sei für ihn schwer nachvollziehbar, erklärte der Bundesgeschäftsführer der Volkssolidarität. Eine Abwälzung entsprechender Mehrkosten auf die gesetzlich Versicherten kommt für uns nicht in Frage. Wer solche Forderungen erhebt ob berechtigt oder nicht müsse sich klar darüber sein, dass die Belastungsgrenze für die Mehrzahl der Versicherten längst erreicht oder überschritten ist. Rentnerinnen und Rentner, die auch 2006 mit einer Nullrunde rechnen müssen, können weitere Zuzahlungen und Leistungskürzungen jedenfalls nicht mehr tragen. In einer ähnlichen Situation befinden sich viele Familien mit niedrigen Einkommen und Arbeitslose. Diesen Zusammenhang sollten die Ärzte bei ihren Protesten nicht vergessen.
Quelle und Kontaktadresse:
Volkssolidarität Bundesverband e.V.
Tilo Gräser, PR-Referent
Alte Schönhauser Str. 16, 10119 Berlin
Telefon: (030) 27897100, Telefax: (030) 27593959
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
- Volkssolidarität begrüßt Mitgliederentscheid der SPD
- Erklärung des Präsidenten der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff zum Beschluss des SPD-Parteitages zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen
- Zum Tag des Ehrenamts am 5. Dezember fordert der Präsident der Volkssolidarität Dr. Wolfram Friedersdorff: Demokratie stärken - Ehrenamt fördern
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

