Ärztetag beschließt Eckpunkte zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung
(Kiel) - Der 114. Deutsche Ärztetag hat in Kiel vor drohenden Versorgungsengpässen in der hausärztlichen Versorgung gewarnt. Schon heute sind rund drei Viertel der rund 44.000 Hausärzte in Deutschland über 50 Jahre alt, die Zahl jüngerer Hausärzte ist seit Jahren rückläufig, so dass sich die Probleme bei der Nachbesetzung von Arztsitzen künftig noch verschärfen könnten. Die Delegierten haben aus diesem Grund gefordert, die Rahmenbedingungen für Hausärzte zu verbessern.
Umfragen zufolge lassen sich mehr als 80 Prozent der Hausärzte dort nieder, wo sie studiert haben. Doch ist die Allgemeinmedizin an den Universitäten nicht ausreichend repräsentiert. Die Bundesländer müssten deshalb zeitnah an jeder medizinischen Fakultät einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin einrichten, forderten die Delegierten des Ärztetages. Damit soll das Interesse von Medizinstudierenden für die hausärztliche Versorgung geweckt werden. Angesichts der Unterschiede zwischen den Universitäten bei der Vergütung für akkreditierte Lehrpraxen müssten bundeseinheitliche Regelungen vereinbart werden.
Finanzielle Anreize und die Entwicklung neuer Arbeits- und Niederlassungsmodelle würden dazu beitragen, die hausärztliche Versorgung flächendeckend sicherzustellen. Als mögliche Maßnahmen fordert der Ärztetag Niederlassungsberatungen, Ansiedlungsunterstützung sowie mehr Kindergartenplätze und andere Betreuungsangebote. Vor allem die Länder und Kommunen seien hier in der Pflicht, eine angemessene Infrastruktur für junge niederlassungswillige Ärzte zu schaffen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesärztekammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) e.V.
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